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Wilhelm von Calckum, genannt Lohausen
Entstehung
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104Rostock, Wismar und Dömitz befanden sich noch in ihren Händen. GustavAdolf, dessen Fortschritte in Pommern und der Mark inzwischen immergrößer geworden waren, da er Frankfurt a. d. O., Garz und anderefeste Plätze den Händen der Kaiserlichen entrissen, kam persönlich gegenEnde Juli aus seinem festen Lager von Werben nach Mecklenburg undsetzte die Herzoge feierlich wieder in den Besitz ihres Landes, aus wel-chem sie vor drei Jahren Wallenstein vertrieben hatte. Freudenfestein den Städten und auf dem Lande gaben Zeugniß von der Anhäng-lichkeit, welche die Mecklenburger ihren angestammten Landesherrn unterdem Friedländischen Regiment bewahrt hatten. In dem nunmehr abge-haltenen Kriegsrath über die ferneren Unternehmungen waren dieMeinungen getheilt. Während Lohausen sich dafür aussprach, sich jetztgleich mit allen Kräften auf Dömitz zu wenden und diesen wichtigenPaß über die Elbe zu erobern, wollte General Tott erst Rostock nehmen.Beide hatten von ihrem Standpunkte aus vollkommen Recht. Lohausenwelcher den Schwerpunkt darauf legte, durch Besetzung von Dömitzsich den Uebergang über die Elbe zu sichern, sowohl zur offensivenach den links der Elbe gelegenen Ländern, als zur Defensive gegendie dort noch stehenden Kaiserlichen Truppen, während Rostock undWismar, zu Wasser und zu Lande blokirt und gänzlich isolirt von allerVerbindung nach dem Inneren, über kurz oder lang von selbst fallenwürden, vertrat das Deutsche Interesse. General Tott wollte jedochim Schwedischen Interesse zuerst Rostock und Wismar im Besitz habenund festhalten, um stets freie Verbindung mit der Ostsee und die Herr-schaft auf dem Meere zu sichern. Seine Ansicht siegte, und währendnun die Schwedischen und Mecklenburgischen Regimenter vereint vorRostock zogen, wurden Wismar und Dömitz blokirt.In Rostock commandirte der Kaiserliche General von Virmont,Herr zu Neersen, welcher an Stelle des im Januar durch den LicentiatenVarmeyer erschlagenen Obersten von Hatzfeld das Gouvernement dieseswichtigen Platzes erhalten hatte. Die Besatzung bestand aus etwa3000 Mann, mit deren Verpflegung es jedoch schlecht bestellt war, daschon seit dem ersten Vordringen der Schweden in Mecklenburg derStadt die Zufuhr zu Wasser und zu Lande abgeschnitten oder doch sehrgehemmt war. Die Befestigungen waren in gutem Stande; dennWallenstein hatte großes Gewicht darauf gelegt, sich hier einen gesicher-ten Platz herzustellen für seine maritimen Pläne, und auch Warnemündemit einer festen Schanze und einem Blockhaus versehen lassen. DieBürgerschaft war durch Virmont entwaffnet, da er ihr nicht traute;auch waren strenge Befehle erlassen, welche alle Versammlungen auf