105den Straßen untersagten. Es war Alles geschehen, was zu einerVertheidigung nöthig schien, so daß nach Tillys Ansicht sich die Stadtsehr gut mindestens 6 Monate halten konnteGleich nach der Ankunft der Truppen vor Rostock wurde dieStadt von allen Seiten noch enger eingeschlossen und zunächst zurBelagerung der Schanze von Warnemünde geschritten, um die Ein-fahrt in die Warnow und den Hafen von Rostock zu öffnen. DerGeneral Tott leitete persönlich die Belagerung und Lohausen standihm dabei zur Seite; er scheint von dem Herzog Friedrich noch beson-ders mit der Wahrnehmung der Mecklenburger Interessen betrautgewesen zu sein und correspondirte fleißig mit ihm, da während dieserZeit die Werbungen im Lande immer noch fortgesetzt wurden. DieSchreiben sind bald aus Papendorf, ½ Meile südlich von Rostock,bald aus Marieneh, zwischen Rostock und Warnemünde, datirt. Am25. August wurde die Schanze bei Warnemünde erobert und vonSchwedischen Truppen besetzt; der Zugang von der See war somitfrei, aber in den Hafen konnten die Schiffe nicht einlaufen, da derEingang durch versenkte Schiffe gesperrt war. Mehrere Ausfälle,welche die Kaiserliche Besatzung versuchte, wurden abgeschlagen, und dieStadt selbst würde einem ernstlichen Angriffe nicht lange widerstandenhaben, wenn man dazu vorgeschritten wäre. Allein es lag sowohl indem Interesse der Schweden als der Mecklenburger, Stadt und Bürger-schaft so viel als möglich vor Schaden zu bewahren; die Approchenschritten deshalb nur langsam vor, und angelegte Minen wurden nichtgesprengt, da man doch sicher war, in den Besitz der Festung zugelangen.So zog sich die Belagerung bis weit in den Monat Septemberhinein, und Virmont hatte die Hoffnung auf Entsatz noch nicht auf-gegeben. Da kam die Nachricht von dem Siege, den Gustav Adolfam 7/17. September 1631 bei Leipzig erfochten, wo er Tilly und Pappen-heim geschlagen und zum Rückzuge genöthigt, sich selbst aber den We-nach Süddeutschland geöffnet hatte. Sogleich verbreitete sich die Sieges-nachricht im Lager und rief allgemeinen Jubel hervor. Auch demGeneral Virmont wurde die Botschaft mitgetheilt, welcher er zuerstkeinen Glauben schenken wollte. Da jedoch die Nachricht sich auch inder Stadt verbreitet und auf die Bürgerschaft einen erhebenden Ein-druck gemacht hatte, da ferner die Kaiserlichen Regimenter dadurch sehrbeunruhigt wurden, so daß man nicht mehr unbedingt auf ihre Haltungrechnen konnte, so erklärte Virmont sich bereit, zu capituliren, wenn erdurch Absendung eines Vertrauten an Tilly die Bestätigung der Nieder-
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten