103des Königs Abwesenheit benutzend, bis in die Gegend von Frankfurtvorgedrungen war, um hier von der Kaiserlichen Armee noch alle zer-streuten Garnisonen zu sammeln. Kaum aber hatte Tilly des KönigsRückkehr erfahren, als er am 5. Februar Frankfurt verließ und sichmit den gesammelten Truppen auf die an der MecklenburgischenGrenze stehenden Schweden warf. Neu=Brandenburg wurde nach harterGegenwehr des Generals Kniphausen durch die Kaiserlichen genommenund fast die ganze Besatzung niedergemacht, trotz des versprochenenPardons. Von hier aus marschirte Tilly nach Magdeburg, um dieBelagerung dieses für die Operationen im mittleren Deutschland sowichtigen Platzes zu unternehmen.Die Werbungen in der Lübecker Gegend hatten unterdessen unterLohausens Leitung ihren Fortgang; aber es dauerte doch noch mehrereMonate, ehe eine vollständig geordnete Truppe beisammen war, derenStärke sehr verschieden angegeben wird. Nach einigen Nachrichten sindes nur 3000 Mann mit 200 Reitern, nach anderen 6000 Manngewesen 16), welche in Herrenburg, im Amte Schönberg, etwaMeilen von Lübeck, zusammen kamen. Ein Theil dieser Söldner scheintsich mit dem Herzog Johann Albrecht zu den Schweden nach Ribnitzbegeben zu haben, welchen Ort Gustav Adolf ihnen als Sammelplatzangewiesen hatte; der andere Theil blieb unter Lohausen und Düm-meny (Du Menil?) in Herrenburg. Als nun durch Tillys Abzug nachMagdeburg die Schweden freiere Hand in Mecklenburg bekommenhatten und unter Achatius (Akke) Tott neue Schwedische Regimenterin Mecklenburg eingerückt waren, glaubte Adolf Friedrich in die Opera-tionen eingreifen zu können.Am 17. Juli 1631 zog der Herzog an der Spitze von 900 Mannzu Fuß und 200 Pferden unter Lohausen von Herrenburg ab, nahmam 18. Gadebusch ohne Widerstand und kam den 19. vor seiner Haupt-stadt Schwerin an 17), welche von den Kaiserlichen noch besetzt war.Die Schwedischen Obersten Paul und Breitenbach stießen hier mit 9Compagnieen Reiter und einer Compagnie Dragoner zu der Herzog-lichen Abtheilung und die Stadt war bald genommen. Nur das Schloß,auf einer Insel im See gelegen, wohin sich der Rest der Kaiserlichenzurückgezogen hatte, hielt sich noch. Als aber nun der General Tottmit 600 Mann Schwedischer Fußtruppen unter Lars Kagge und Jür-gen Johannssen nebst 6 Geschützen anrückten und Anstalten getroffenwurden, das Schloß ernstlich anzugreifen, capitulirte die Besatzung gegenfreien Abzug nach Wismar und Dömitz; es waren nur noch 160 Mann.Jetzt war das ganze freie Land von den Kaiserlichen geräumt. Nur
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