102derung, „die Kaiserliche Garnison zu vertreiben und Schwedische Be-satzung einzunehmen“. Dann ging der König nach Stralsund zurückund übertrug dem General Baner die ferneren Anordnungen zur Ver-treibung der Kaiserlichen aus Mecklenburg. Ihm gegenüber stand derDuc de Savelli, dessen disponible Streitkräfte nur schwach warenweshalb ihm der aus Pommern an vielen Orten schon verdrängte alteGeneral Torquato Conti ein Regiment zur Verstärkung zugeschickthatte. Die Garnison von Rostock, welche nach der bei der BesetzungMecklenburgs durch Wallenstein abgeschlossenen Capitulation nur aus1000 Mann bestehen sollte, war durch Ueberlistung auf 3000 Manngebracht worden; denn sowohl die Kaiserlichen als die Schweden legtenauf den Besitz dieser Stadt und des durch Wallenstein befestigten Hafensbei Warnemünde das größte Gewicht. Alle Anstrengungen Baners,in den Besitz von Rostock zu gelangen, waren vergebens, und er mußtesich mit einer Blokade zur See begnügen, da der Feind noch zu mächtigim Lande war und die erwartete Verstärkung nicht ankam.Unterdessen hatten auch die Herzoge von Mecklenburg in Lübeckvergebliche Anstrengungen gemacht, Truppen aufzubringen, um bei derWiedereroberung ihres Landes mitzuwirken. Es fehlte ihnen an dennöthigen Geldmitteln zur Werbung, und der General Pappenheim, derhier mit seinem Corps stand, hatte durch die Gefangennahme des Her-zogs Franz Karl von Lauenburg und die Zerstreuung der von diesem fürSchweden geworbenen Schaaren in Ratzeburg den Beweis geliefert,daß er ein wachsames Auge auf alle derartige Kriegs=Vorbereitungenhabe. Erst der am 23. Januar 1631 zu Bärwalde in der Neumarkabgeschlossene Vertrag zwischen Schweden und Frankreich, in Folgedessen Gustav Adolf die auch ihm fehlenden größeren Geldmittel erhieltund den Mecklenburger Herzogen eine ansehnliche Summe zustellenließ, brachte neues Leben in die angefangenen Werbungen. Als Lohau-sen von seiner Dänischen Mission zurückgekehrt war, gaben die Herzogeihm die Sache in die Hand und er eröffnete nun überall Werbeplätze,denen es an Zulauf nicht fehlte, da der Name unsers Kriegsmannesin jenen Gegenden aus den Zeiten seines Oldenburgischen, Dänischenund Bremenschen Dienstes noch einen guten Klang hatte.Um den Mecklenburgischen Rüstungen Vorschub zu leisten, hatteauch der König sich im Januar 1631 wieder selbst zu dem hier operi-renden Corps begeben, am 1. Februar Neubrandenburg, dann Clem-penow und Demmin genommen, wo er sich mit dem General Knip-hausen vereinigte. Hierauf kehrte er wieder nach Stettin zurück,unter Ueberweisung des Oberbefehls an Baner, da inzwischen Tilly,
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