101Er eröffnet dasselbe, findet aber darin nicht die erwartete Entscheidungund entwirft ein neues Memorial, welches er dem Könige überreicht.„Ir. Mayest. sahen darin und sagten: Du giebst von Anfang starckefragen auf, und lasens damit wieder, Nahmens aber nach der Mahl-zeit wieder auf, und discurirten weiter mit mir davon 2c.“ Auch meldetLohausen dem Herzog, daß der Oberst Camargo als Gesandter Tillysangekommen sei; was derselbe wolle, habe er noch nicht erfahren können,„man glaube, es solle wegen des Hamburger Wesens sein, darin derGeneral Tilly vom Kayser als commissarius vorgeschlagen; der Königwill ihn jedoch nicht acceptiren 2c.“Lohausens letzter Bericht ist vom 25. Januar. Er beklagt sichüber die Schwierigkeiten, welche ihm noch immer gemacht werden, be-sonders auch, daß der König keine Aufschlagung von Musterplätzen zurWerbung von Kriegsvolk zugeben wolle, er sei überhaupt sehr unent-schieden. Auch die ersten Erfolge Gustav Adolfs werden besprochen:„des Königs von Schweden progress wird allhie auffgenommen, wiedie affectionen seyn; Marquart Rantzow hat seiner Diener einenhereingeschickt, läßt melden, der König habe nicht allein Frankfort,sondern auch Cüstrin undt Berlin ein, in summa, es gehet allhieseltsam her, es ist etwas in der lufft, wo es hinaus will, giebt diezeit 2c.“ Ueber die Mission des Tillyschen Abgesandten wird berichtet:„Von seinem anbringen erfährt man anders nichts, als daß er wegenseines principals dem König denunciret, wie derselbe auch das commandoüber die Kayserliche armee habe und seine Dienste Ihr. Mayest. an-biete, in effectu aber soll es dahin gemeinet gewesen sein zu erforschenwie Ihr. Mayest. gesinnet seyn“ 15).Ueber den weiteren Verlauf der Mission fehlen die Nachrichten,und Lohausen kehrte zum Herzog nach Lübeck zurück, wo wir ihn baldnachher eine große militärische Thätigkeit entfalten sehen.Gustav Adolf war nach der Einnahme von Stettin nach Stral-sund gegangen, wo er bis zum 21. September verweilte und nachOrdnung der dortigen Verhältnisse nunmehr sein Auge auf die Mecklen-burgischen Angelegenheiten richtete. Nachdem die Kaiserlichen Postenaus Barth, Dammgarten und Ribnitz, der Grenzstadt Mecklenburgs,vertrieben waren, erließ er aus letzterem Orte unter dem 28. Septem-ber 1630 zwei Edicte, von denen das eine an die Bewohner Mecklen-burgs, das andere aber an die Stadt Rostock gerichtet war. DieMecklenburger wurden ermahnt, an der Sache ihrer angestammtenHerzoge festzuhalten, zu deren Wiedereinsetzung er mit seinem Heeregekommen sei; die Rostocker aber erhielten noch die besondere Auffor-
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