Druckschrift 
Wilhelm von Calckum, genannt Lohausen
Entstehung
Seite
77
Einzelbild herunterladen
 

— 77 —sein, wie denn die Türken in ihren Lägern und Besatzungen „ihre bett-schüsse so fleißig thun, darauf knieend Gott in ihrer Sprache Allagenannt dreimal anrufen, so daß die gantze nacht ihre schildwachen ein-ander munter und wach zu halten, anders nicht als Allaho! daß, wieDaran wird nun diemir behalten, ist: Gott hilf! zuschreien u. s. w.Nothwendigkeit der Gottesfurcht geknüpft, namentlich für den Kriegs-mann, mit Hinweisung auf Jesus Sirach im 7. Capitel: Was duthust, so bedenke das Ende, so wirst du nimmer übels thun — „sinte-mahlen keinem, menschlicher weise davon zu reden, das ende näher alsihme, der, wie man spricht, die Haut verkauft, — von deme, wiewollvon allen menschen jedoch mehr als anderen, daß er jeden morgen mitdem Hembd den sterbekittel anziehe, man sagen kann. Derowegen ihmees zum öfteren fleißigst zu bedencken, von sünden abzustehen, Gott zufürchten, ehrlich und seelig zum sterben frewdig und bereit zu sein,billig für allen obliegen und gebüren will.“ — Da aber nun die Gott-seligkeit mehr in Werken als in Worten bestehe, auch Soldaten mitlangen Reden nicht gedient sei, schließt der wahrhaft fromm gesinnte Ver-fasser mit folgender Ansprache und Ermahnung an jeden Soldaten hohenund niederen Standes: „Gott für augen zu haben, und mit KönigDavid (Psalm 140, V. 8) sich zu erinnern, daß der HErr seine stärckeund hülfe ist, der sein Haupt beschirmet in kriegszeit, daß GOtt seineHände lehre streiten und seinen arm ein ährin bogen spannen, (Psalm18, V. 35) und daß, wie es zwaren die Heiden ihren falschen Götternund blinden glück zu unrecht zuschreiben, mit GOtt man kann kriegs-volck zuschmeissen und mit ihm über die mauren springen, daß manmit GOtt kan thaten thun, und daß Er, Er, und nicht wir ohn ihn,unsere Feinde untertreten können.“ (Psalm 18, 30. Psalm 60, V. 14.Psalm 108, V. 14).Wenden wir uns von diesen Betrachtungen eines wahrhaft reli-giösen und gottesfürchtigen Gemüthes zu dem zweiten Discurs: „Von— so finden wir darin des Verfasserskriegsrechtmessigen endursachen“Ansichten nicht minder logisch entwickelt, indem er die vier Fragen:„Erstlichen, durch wen der krieg angefangen, zum andern wormit, zumdritten auf was weise, zum vierten auch worumb er geführet werdensoll und möge“, betrachten will. Die ersten drei Fragen werden ziem-lich kurz abgefertigt, da Lohausen sich vorbehält, in späteren Discursenwieder darauf zurückzukommen. Desto gründlicher ist die Vierte behan-delt, wo der Verfasser, anknüpfend an Sallusts priusquam incipias,consulto, zuerst die verschiedenen Möglichkeiten der Kriege erörtert, dieer als Ausländische und Einheimische classificirt. Den Ausländischen