Druckschrift 
Wilhelm von Calckum, genannt Lohausen
Entstehung
Seite
76
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— 76Bügeleisen ihrer vernünftigen Bescheidenheit“ niederzudrücken und zuschlichten suchen.Sehen wir nun das eigentliche Werk — die Uebersetzung — näheran, so stoßen wir allerdings auf eine für unsere heutigen Begriffe sehrschwerfällige Sprache, deren Satzbildung uns manchmal nur nach sorg-fältiger Lesung verständlich wird; dennoch aber ist die Uebertragung einesehr gelungene für die damalige Zeit, und besser als unser Kriegsmannim Jahre 1628 schrieb kein Deutscher anderthalb Jahrhunderte später 3).Der Druck, den 1629 Berthold de Villiers in Bremen ausgeführt, istsehr gut, und das schön gestochene Titelkupfer zeigt uns den Kriegs-mann mit dem Stelzfuß, als Zeichen der Gefangenschaft gefesselt, wieihm Sallust sein Buch überreicht und den Zipfel des langen Rockesentgegenhält, er aber, in der rechten Hand die Feder, mit der Linkeneine abwehrende Bewegung macht; das Kriegsschwert hängt am Nagel,Von weit größerem Interesse sind jedoch die angehängten Abhand-lungen, oder, nach damaliger Bezeichnung für derartige Arbeiten,Discurse. Lohausen hat sich die von de la Noue ebenfalls in der Ge-fangenschaft geschriebenen Discours zum Muster genommen, und ent-wickelt uns nun seine Ansichten „über die Gottesfurcht“, dann „vondes Krieges rechtmäßigen Endursachen“, ferner „von Kriegsübungen“„von Waffen und Gewehr“ und endlich „von der Erfahrenheit.“ AndereAbhandlungen, z. B. „über die Werbung„über Disciplin 2c.“ sindleider nicht zu Stande gekommen, und Lohausen entschuldigt sich damit,daß er „durch ein buch von newer art vestungsbawes durch einen gutenFreund mir zugeschicket“ daran verhindert worden sei, „da dieses Buch,welches sonst nicht wol zu kriegen, soweit mein weiniger verstand sicherstreckt, mir zu nutz machen wollte.“ Zugleich geben diese DiscurseZeugniß von der großen Belesenheit und den gründlichen wissenschaft-lichen Studien des Verfassers.Der erste Discurs, „von der Gottesfurcht“ soll zeigen, daß geradefür einen Kriegsmann die Gottesfurcht ein wesentliches Attribut seinmüsse, „demnach noch viel, und leider allzuviel unter uns itzigen Kriegs-leuten, welche der Gottesfurcht wenig sich befleißigen, dieselbe auch fastgering achten, mit fürwenden, Geistlichen und pfaffen stehe beten undkirchengehen, ihnen aber fechten und streiten wohl an.“ Es wird des-halb aus der Geschichte der Juden, der Griechen und Römer nachge-wiesen, wie bei allen Kriegsgelegenheiten immer Gottes oder der GötterHilfe in Anspruch genommen worden. Ja selbst die Heiden und dieTürken, „welche ohne liecht Göttlicher erkäntnus gewesen und noch imfinstern tappen“, ließen sich ihrer falschen Götter Dienst hochangelegen