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Wilhelm von Calckum, genannt Lohausen
Entstehung
Seite
78
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78Krieg sondert er abermals als Schutz= und Angriffs=Krieg, den Ein-heimischen aber behandelt er nach den beiden Gesichtspunkten: ob erzwischen Obrigkeit und Unterthanen, oder zwischen Unterthanen unter-einander geführt werde.Es würde zu weit führen, hier näher darauf einzugehen, wie gründ-lich unser Kriegsmann seinen Stoff verarbeitet hat, indem er immerbezügliche Stellen aus Sallust zu Grunde legt, um daran seine Re-flexionen zu knüpfen. Einiges jedoch können wir nicht unerwähnt lassen,da es wesentlich zur Character=Beurtheilung Lohausens beitragen wird.Für die Betrachtung des äußeren Schutz= oder Defensiv=Kriegeswerden die beiden Stellen des Sallust:Libertatem, patriam, parentesarmis tegere, undSociis et amicis auxilia portare, gleichsam alsText benutzt und gründlich nach allen Richtungen entwickelt. Für denäußeren Angriffs= oder Offensiv=Krieg, dessen rechtmäßige Gründeingewaltsamer Abnahme von Land und Leuten, Vorenthaltung haben-den Rechtes, dessen man in der Güte nicht habhaft werden kann 2c.gefunden werden ist als unerläßliche Bedingung dieAbsage hin-gestellt. Dieselbe geschehe durch Schreiben, welche, durch Herolde oderTrompeter überbracht, die klaren Bedingungen, die Anzeige derUrsache 2c. enthalten mitaustrücklicher ableinung von sich alles unheils,schaden und nachtheil des kriegs, dem feinde solches zuschiebend." Erstwenn eine solche Absage erfolgt, heiße der Krieg rechtmäßig, währender ohne diese Form mehr für einenraub oder spolium gehalten werde.In Erwägung der damaligen Zustände in Deutschland sind unsjedoch die Ansichten eines so gediegenen Kriegsmannes, wie Lohausen,über den einheimischen Krieg von besonderem Interesse. Da liegt ihmder Krieg zwischen Obrigkeit und Unterthanen zuerst vor, und er beklagtdas Unheil und die Zerrüttung, welche aus derartigem Kriege folge.Für vollständig gerechtfertigt hält er ihn jedoch, wenn nach Catosvon Sallust mitgetheilter Rede Libertas et anima nostra in dubioest,welches bei uns Christen und Teutschen also außgeleget werdenmuß, daß, wann nemblichen religion- und prophan-frieden in äußerstergefahr und daher nicht allein Teutsche wohlherbrachte freiheit undprivilegien, sondern auch, welches das allermeiste, Gewissen, und, so-viel an GOttes kirchenfeinden steht, seel und seeligkeit in gefahr geräht,man zu den von Gott erlaubten mitteln der gegenwehr und rettungenderselben wol greifen möge. Die Kriege zwischen Unterthanen untersich, die er fast nur in Republiken für möglich hält, haben den Sallusti-schen Satz zur Grundlage: bonum publicum simulantes, pro suaquisque potentia certabant, welches übersetzt wirdUnter dem Deck-