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Wilhelm von Calckum, genannt Lohausen
Entstehung
Seite
75
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75nerung: „daß man nemblich höchstes fleißes darnach streben solle, daßman das Leben nicht stillschweigend, wie das viehe zubringe“, habe ersich ans Werk begeben wollen, doch sei er auf ein großes Hindernißgestoßen, da „bei dero schwerlichen so viel alten Teutschen dieser zeitgebraüchlichen tuchs, so nicht mit Welschen und anderen fremden ein-schlägen vermischet, zu finden“. Sallust habe jedoch diesen Einwandnicht gelten lassen und ihm tüchtig zugeredet; da habe er sich nun„anfrischen“ lassen und „das werk anzugreifen ein hertz gefasset, diedolmetschung zugeschnitten, dieselbe mit nebensetzen am rande zusambgeheftet, mit anmerckungen gefuttert und mit etzlichen nachsinnigen umb-schweifungen, die man sonst discours nennet, ich auch, durch gewohnheitals ein sehr strengen Herrn genothdrenget, thun muß, verbremet 2c.“In dieser humoristischen Weise fährt Lohausen in der Vorrede fort,seine Arbeit gewissermaßen zu entschuldigen, in großer Bescheidenheitimmer sein Unvermögen bekennend, doch ermuntert durch die Voraus-setzung, daß er dadurch nicht nur seinen Kriegscameraden einen Gefallenerzeigen, sondern auch der Deutschen Sprache einen Dienst leistenwerde: „inmassen des ausländischen einschlags, der gantz gebraüchlichund, wie man sagt, Teutsch stadtrecht erlangt hat, unvermerckt so vielmit unterlauft, daß die früchten des Babylonischen thurns, nemblichder sprachen verwirrung, handgreiflich darinn zu spüren“. Diesemsprachreinigenden Vorsatze getreu ist nun auch der Versuch gemacht,alle fremden Ausdrücke zu verbannen und durch entsprechende deutscheWorte wiederzugeben. Wir dürfen uns also nicht wundern, wenn wirdie Cohorte als „Fähn-die Römischen Consuln als „Bürgermeisterlein“, die Legion als „Regiment“ aufgeführt finden. Den Legatusmöchte er, neben der Bedeutung als Gesandter, noch als General-Lieutenant bezeichnen, da ihm dieses Wort aber noch zu sehr nach „aus-ländischem Einschlag“ schmeckt, so verdeutscht er es als: „Obristenfeld-hauptmannsverwalter“ oder je nachdem als „Stadthalter“; den Praetornennt er nach den verschiedenen Functionen im Lager, in der Provinzoder in der Stadt Rom: Feldobrister, Stadthalter oder Verweser, undin letzterer Stellung (Praetor urbanus) „Stadtrichter, Richtherr und3“; die Aediles sind ihm „Bawherrn“, und die TribuniSchulthplebis „Ammeister“, in Hinblick auf ähnliche Beamte in Straßburgauch vergleicht er sie mit den „Oldermännern“ in Bremen. Es wirdjedoch die Hoffnung ausgesprochen, es würden die Hochgelehrten dasLehrknechtswerk, das den Kriegsleuten zu Diensten einer aus ihremMittel entworfen, nicht auf das genauste mit der lateinischen Elle zu-messen, „sondern die begangenen fähler und etwa grobe nähte mit dem