66unter dem Herzog von Altenburg und General Obentraut gegen denTillyschen General von Anholt, welcher für Erstere einen um soschlimmeren Ausgang hatte, als beide Führer, der Herzog von Alten-burg und General Obentraut, dabei ihr Leben einbüßten. Nach derEinnahme von Calenberg zog Tilly vor Hannover, wahrscheinlich inder Absicht, die schwankenden Braunschweigischen Herzoge in Wolfen-büttel und Celle durch das Erscheinen des Heeres in ihrer Nähe zuseiner Partei hinüber zu ziehen und dem Gegner ganz abwendig zumachen, der Hannover noch in seiner Gewalt hatte. Aber beide Heer-führer trachteten nach Ruhe, da die Jahreszeit schon weit vorgerücktwar und die Subsistenzmittel den im Felde stehenden Truppen in demschon sehr ausgesogenen Lande zu fehlen anfiengen. Man begann des-halb wegen der Winterquartiere zu unterhandeln.Hier finden wir nun zuerst Lohausen genannt. „Lohausen undBerndt Geist kamen nach Petershagen, wo über die Quartiere tractirtwerden sollte. Es ward aber nichts daraus, sondern die Deputirtendes Feindes nahmen es ad referendum“, notirt König Christian IV.unter dem 25. November 1625 in seinem Tagebuche 11). Doch scheintnicht lange nachher eine Verständigung zu Stande gekommen zu seinda wir bald darauf Tilly im Hildesheimischen und den Dänenkönigzwischen Weser und Elbe die Winterquartiere beziehen sehen. ImHauptquartier Rotenburg schloß Christian IV. am 9. December einenTractat mit England und den Generalstaaten, wegen Stellung einerFlotte und Zahlung von Subsidien=Geldern. Durch Vermittelung desKurfürsten von Sachsen kam auch Anfangs 1626 ein Waffenstillstandzum Abschluß, der bis zum Februar verlängert wurde. Bei diesenVerhandlungen war Lohausen ebenfalls thätig, da er im Verein mitdem Obersten Baudissin am 25. Januar 1626 mit dem KaiserlichenObersten Graf Matthias Gallas zu Petershagen eine Convention ab-schloß zur Ranzionirung der überschießenden Gefangenen, wobei eingenauer Tarif aufgestellt wurde für das für alle Chargen vom Oberstenbis zum Trommelschläger zu zahlende Lösegeld 12). Lohausen ahntegewiß nicht, wie bald er in den Fall kommen würde, von dieser Con-vention Gebrauch machen zu können.Diese — wenn wir es so nennen dürfen — militärisch=diplomatischeVerwendung unseres Kriegsmannes berechtigt uns zu der Annahme, daßer auch bei den vielfachen anderweitigen Verhandlungen und Schrift-wechseln während dieses Feldzuges thätig gewesen sei, obgleich urkund-lich darüber nichts vorgelegen hat. In seiner späteren Laufbahn werdenwir ihm noch oft auf diesem Felde begegnen, ein Beweis für seine
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