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Wilhelm von Calckum, genannt Lohausen
Entstehung
Seite
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56nur noch wenige Abtheilungen übrig, welche unter den Obersten Specund Lohausen sich im Gebirge behaupteten. Gegen sie wurde der Kur-sächsische Oberst von Bodenhausen entsendet; aber auch hier scheint eszu keinem wirklichen Zusammenstoß gekommen zu sein, da, nach demBericht Lehausens aus Oderberg den 3. Februar 1622, diese Com-pagnieen ebenfalls zerstreut worden sinds). Das ganze Land war nunzur KaiserlichenDevotion gebracht, mit Ausnahme der Festung Glatz,wo Graf Thurn sich mit zwei Cornet Reitern unter dem RittmeisterBaudiß und Lieutenant Dobitz, vier Fahnen Dragonern unter Haupt-mann Plato, zwei Fahnen Fußknechten unter den Hauptleuten Loheund Senis, nebst 100 vom Rathe der Stadt geworbenen Musketierenunter einem Niederländischen Grafen, zusammen etwa 1200 Mann, nochtapfer vertheidigte?). Erst am 26. October 1622 capitulirte die Festungda sie sich auf die Dauer gegen das nach und nach auf 20,000 Mannherangewachsene Belagerungs=Corps nicht mehr halten konnte. DieBesatzung erhielt freien Abzug; Graf Thurn wurde bis an die Bran-denburgische Grenze escortirt. Ihn sowohl wie den Rittmeister Baudißfinden wir später wieder, in den gegen Tilly kämpfenden Heeren 10)Wohin Lohausen sich gewendet, nachdem seine Schaar sich zerstreuthatte, wissen wir nicht. Von dem angeblich ihm vorbehaltenen Rücktrittin den Kurfürstlich Brandenburgischen Dienst hat er keinen Gebrauchgemacht. Die um diese Zeit am Berliner Hofe bestehenden Verhältnissekonnten seinen Ansichten gewiß nicht entsprechen. In seine Heimath ister ebensowenig zurückgekehrt, wo sich die Zustände seit seiner Entfer-4 so wesentlich verändert hatten. Die Kluftnung im Jahre 16zwischen Neuburg und Brandenburg war so groß geworden, daß voneiner gemeinschaftlichen Regierung nicht mehr die Rede sein konnte.Des Neuburgers Uebertritt zur Katholischen Kirche hatte diese Kluftnoch vergrößert und dem Proselyten einen entschiedenen Vortheil gebracht,da jetzt der, Kaiser mit seiner Autorität auf Jenes Seite getreten war.Zu Wesel hatten schon Vorbesprechungen stattgefunden über eine Thei-lung des Regiments, und am 12. November 1614 war der Vergleichzu Kanten geschlossen worden, welcher Lohausens Heimath, das Herzogthum Berg, faktisch unter die Herrschaft des Neuburgers gebracht hatte.Jetzt (1622) stand dort das Spanische Regiment in voller Macht, undSpinola hatte in den Jülich⸗Cleviſchen Landen den Spaniſch⸗Nieder-ländischen Krieg nach Ablauf des 1609 abgeschlossenen zwölfjährigenWaffenstillstandes wieder eröffnet. An demselben Tage, wo LohausensSchaaren im Oberschlesischen Gebirge versprengt wurden, den 2. Februar1622, eroberte Spinola die Festung Jülich, welche der alte Pithaen