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Wilhelm von Calckum, genannt Lohausen
Entstehung
Seite
58
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58sorgniß für sein bis dahin noch vom Kriege verschont gebliebenes Land.Er wollte die Neutralität aufrecht erhalten, welche er bisher trotzaller Aufforderungen der Union und auch der Fürsten des Niedersäch-sischen Kreises behauptet hatte; dadurch hoffte er sein Land vor denDurchmärschen sowohl des Mansfelders als Tillys schützen zu können.Aber schon am 7. November 1622 gelangte an ihn Mansfelds Auffor-derung, daß erden Tillyschen den Durchzug versperren, seinen Truppendagegen den Paß offen halten, ihm Werbungen im Lande gestatten undihm in Form einer Anleihe die Summe von 150,000 Thlr. zur Ver-"2)fügung stellen sollAuf diese Anforderungen erfolgte eine ausweichende Antwort, unterBerufung auf die Neutralität. Mansfeld, darüber aufgebracht, be-mächtigte sich am 15. November 1622 des Ellenser Passes, der nur mit32 Mann besetzt war, und faßte dort Posto mit 9 Fahnen Fußvolkund 3 Geschützen. Dieser Paß, zwischen dem Jahde=Busen und dendamals ungangbaren westlich gelegenen Hoch=Mooren, bildete auf dieserSeite die einzige Verbindungsstraße zwischen der Grafschaft Oldenburgund der Herrschaft Kniephausen und weiter zum nördlichen und östlichenTheil Ostfrieslands. Der dort mit großer Mühe aufgeworfene EllenserDamm schützte zugleich das dahinter liegende Land gegen die Ueber-fluthungen des Meeres, dem es abgerungen war. Der Besitz dieserStellung gab die Möglichkeit an die Hand, durch Oeffnung derSchleusen und Durchstich des Deiches das Land unter Wasser zu setzenund somit die ganze Communication zwischen Oldenburg und Ostfries-land auf dieser Seite zu sperren. Für Mansfeld war der Besitz dem-nach von der größten Wichtigkeit, da seine linke Flanke dadurch voll-ständig gegen alle Angriffe gedeckt werden konnte. Auf den wieder-holten Protest des Grafen Anton Günther waren zwar die auf dasOldenburgische Gebiet eingerückten Mansfeldischen Truppen wiederzurückgezogen worden, doch blieben 3 Fahnen Fußvolk an dem EllenserPaß zurück und begannen dort eine Schanze aufzuwerfen.Unter diesen bedrohlichen Verhältnissen wandte sich Graf AntonGünther Hilfe suchend an den König von Dänemark. Christian IV.hatte in Folge der auf dem Convent zu Segeberg im März 1621getroffenen Uebereinkunft mit verschiedenen Fürsten und Ständen desNiedersächsischen Kreises eine ansehnliche Truppenmacht im Holsteinschenund im Bisthum Bremen versammelt und stand dort der Ereignissegewärtig. Jetzt sendete er den Geheimenrath von Pogwisch nach Olden-burg, um hier das Nöthige wegen Sicherstellung des Landes auch gegendie immer näher rückenden Ligistischen Truppen zu ordnen. Zugleich