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Wilhelm von Calckum, genannt Lohausen
Entstehung
Seite
55
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55selbst in Breslau und nahm dort die Huldigung im Namen des Kaisersentgegen. Unterdessen hatte Bethlen Gabor auch zu den Waffen ge-griffen und am 1. August Ternau erobert. Seine leichten Truppenstreiften bis vor Wien; von der Belagerung Preßburgs mußte er jedochwieder abstehen. Nun vereinigte er sich mit dem Markgrafen vonJägerndorf und fiel in Mähren ein. Die Kaiserlichen unter demGeneral Wallenstein und die von den Fürsten und Ständen dem Kaiserwieder gewonnenen Schlesischen Truppen unter Hannibal Dohna zogenihnen entgegen. Nach mehreren kleineren Gefechten jedoch wurdenBethlen Gabor und der Markgraf zurückgetrieben, und der Ungar schloßbald darauf zu Niclasburg Frieden mit dem Kaiser.Markgraf Johann Georg dagegen warf sich mit seinen Schaarenin die Grafschaften Troppau und Glatz und suchte sich dort noch zuhalten. Ihm entgegen stand das Kursächsische Heer, und einen festenStützpunkt fand er in der Stadt Glatz, deren Befestigungen nochimmer mehr verstärkt worden waren und wo der Graf Thurn befeh-ligte. Bald darauf aber verließ der Markgraf das Heer und übergabden Befehl über die einzelnen zerstreuten Abtheilungen den Obersten.Diesen Augenblick hielten die Schlesischen Stände für günstig, um dieSache zu Ende zu bringen, weshalb sie mit den Obersten unterhandel-ten, von denen einige sich unterwarfen, andere aber so übertriebeneForderungen machten, daß die Unterhandlungen sich wieder zerschlugen.So war der Winter von 1621/22 herangekommen, und der Auf-enthalt im Felde wurde sowohl den Kursächsischen Truppen als dennoch treu bei ihrer Fahne gebliebenen Schaaren des Markgrafen indem gebirgigen Lande immer schwieriger. Zudem litten die Sachsensolchen Mangel an Subsistenzmitteln, daß sie nicht mehr lange imFelde bleiben konnten. Die Obersten von Krafft und Hannibal zuDohna sammelten deshalb ihre Regimenter vor Troppau am 16. Januar1622 und brachen mit 30 Compagnieen zu Roß und zu Fuß nebst4 Geschützen in Frost und Schnee auf, um dem Feind entgegen zugehen. Die Sachsen nahmen Wagstadt; dann zogen sie auf Oderberg,wo sich noch sieben Compagnieen des Markgrafen Johann Georg befan-den, um diese anzugreifen. Bei Annäherung der Sachsen sendeten dieFührer dieser Compagnieen ihnen Parlamentäre entgegen und erbotensich zur Capitulation, welche auch gegen freien Abzug zugestanden wurde.Der Markgräfliche Oberst zu Ortenburg stand noch mit 6 Com-pagnieen zu Fuß und einem Cornet Reiter in Teschen. Auch dieseCompagnieen warteten den feindlichen Angriff nicht ab, sondern rissendie Fähnlein von den Stangen und gingen auseinander. Es waren

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