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Wilhelm von Calckum, genannt Lohausen
Entstehung
Seite
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54erfolgt und ihm seine Hauptmanns=Stelle in der Leibgarde offen ge-halten worden sei.Unter dem 18. Februar 1621 entwarfen die Schlesischen Fürstenund Stände einenAccord und Pacification und sendeten sie durchden Herzog von Münsterberg nach Dresden zum Kurfürsten von Sachsen,der vom Kaiser beauftragt war, Schlesien zur Unterwerfung zurückzu-führen. Zu derselben Zeit aber sammelte Johann Georg von Jägern-dorf noch mehr Kriegsvolk zu demjenigen, welches er schon hatte, undstellte nun Rüstungen an, in der Hoffnung die Sache des von fastallen seinen Verbündeten nach der verlorenen Schlacht bei Prag Preisgegebenen unglücklichen Böhmenkönigs noch aufrecht halten zu können.Ob nun Lohausen erst jetzt in seinen Dienst trat, oder ob er zu denTruppen gehörte, welche der Markgraf schon hatte, müssen wirunerörtert lassen. Am Oster=Abend gelang es dem Markgrafen, sich inNeiße festzusetzen, auchimpatronirte er die Herrschaft Glatz, versahdie Stadt und Festung mit einer Garnison aus zwei Fahnen Fußvolkund einem Cornet Reiter, und ließ durch einenkünstlichen Schantz-meister, der ein Niederländer war, die Befestigungen verstärken undneue Schanzen aufwerfenDer Markgraf wurde in seinem Vorhaben noch bestärkt durch einSchreiben Friedrichs V. von der Pfalz, worin dieser ihn zu seinemGeneral und bevollmächtigten Commissarius bestellte. Von Glatz fieler, verstärkt durch etliche tausend Bauern aus dem König=Grätzer Kreise,in Böhmen ein und eroberte Costelitz und einige andere Städte. InTeschen stießen noch über tausend Ungarn zu ihm, welche Bethlen Gaborihm zugesendet hatte. Mit dieser Macht wendete er sich nun aufTroppau. Die Kaiserliche Achts=Erklärung war die Folge dieser Unter-nehmungen.Der Kurfürst von Sachsen ermahnte unterdessen die SchlesischenFürsten und Stände zur Standhaftigkeit und versprach ihnen Schutz7. Am 24. October erschien ergegen den Markgrafen,den AechterDaß Lohausen, nach Quistorps Programm, vom Markgrafen zum Generalistormentorum Praefectus ernannt wurde, woraus die Familientradition ihnzumBrandenburgischen General der Artillerie gemacht hat, führte zu derAnnahme, er sei namentlich bei der Befestigung und Vertheidigung vonGlatz thätig gewesen. Aus der Glaciographia oder Glätzische Chronica 2c.durch M. Georgium Aelurium, sonst Katschker genannt, Leipzig 1625, gehtjedoch hervor, daß unser Kriegsmann nicht in Glatz gewesen, da sein Namenirgendwo genannt ist, obgleich alle anderen Vertheidiger namhaft auf-geführt sind.