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Wilhelm von Calckum, genannt Lohausen
Entstehung
Seite
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48land sehr viele vom Adel anwesend gewesen.Mit klingendemSpiel, fliegenden Fahnen, brennenden Lunten, Kugeln im Mundealso mit allen damals üblichen Kriegs=Ehren zogen die Truppeneinher, an ihrer Spitze in voller Rüstung der Oberst von Reuschenberg.Als er bei den Fürsten ankam,stieg er vom Roß, thet sein Reverentz,und bedankt sich der erzeigten Gnad, gab dem Französischen Oberstendie Hand, und demnach er den Fürsten gleichfalls die Hand bietenwollen, hat der Markgraf von Brandenburg ihm gewinkt, fort undseinen Pfadt zu ziehen. Der Marsch gieng nach dem Elsaß.Fünf Wochen lang hatte diese Belagerung von Jülich gedauert,welche damals das Interesse sämmtlicher Staaten in Anspruch nahmdie in der Politik eine Stimme führten. Erzherzog Leopold hatte sichbei Zeiten entfernt, jedoch sein ganzes Silbergeschirr zurückgelassen, auswelchem Reuschenberg Münzen prägen ließ, zur Bezahlung der SöldnerAuch verfehlten die gleichzeitigen Berichterstatter nicht, in damalsüblicher Weise durch Chronogramme die Erinnerung an diese denk-würdige Belagerung festzuhalten. Eines derselben, worin auch der Tagder Beendigung (24. August alt. Cal. Bartholomäus) enthalten istlautet: BarthoLoMaeVs oVat, IVLIae pInnaCVLa pLangVnt;NassoVlo, exaLto, ConCVtIente, rVVnt.Ein anderes, kürzeres, feiert den Prinzen Moritz mit den WortenEXpVgnat IVLIae robVr VI MaVrItIVs DVX.Den 8. September stellte Prinz Moritz nochmals alle seine Truppenzu Roß und zu Fuß in Schlachtordnung auf und gab den zahlreichversammelten Zuschauern den Beweis von der ausgezeichneten Aus-bildung derselben, indem er sie nach Commando die verschiedenartigstenBewegungen und Cvolutionen ausführen ließ. Nachdem nun die Lauf-gräben wieder eingeebnet und das Commando der Stadt und derFestung dem Obersten Schönberg und dem Capitän Pithaen übergebenworden war, zogen die Franzosen in der Richtung auf Aachen, dieNiederländer über Neuß ab. Die für die Fürsten geworbenen Regi-Diese sogenanntenNoththaler bestanden aus ungleich geformten unregel-mäßigen Silberstücken, je nachdem sie aus einem Teller 2c. ausgeschnittenwaren. Ein Stempel mit dem Namenszuge des Kaisers (R) und derKrone, darunter der Namenszug des Erzherzogs Leopold mit der Jahreszahl(161.10) und ein anderer Stempel mit der Angabe des Werthes kennzeich-neten diese Silberstücke, wovon etliche 5 Thaler, andere 3 und 2 Thalergalten. InKöhlers Historischer Münz = Belustigung V, p. 169. istNäheres darüber mitgetheilt nebst Abbildung der Münzen.