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Wilhelm von Calckum, genannt Lohausen
Entstehung
Seite
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47und eine fast gangbare Bresche entstand. Jetzt glaubte Reuschenbergmit Ehren capituliren zu können und sendete deshalb einen Parlamentärhinaus, welcher dem Prinzen und den Fürsten Bedingungen zu einerCapitulation vorlegen sollte. Diese Bedingungen wurden indessen nichtangenommen, sondern der Parlamentär mit einem andern Entwurf zumAccord wieder zurückgeschickt. Der Commandant, aufs Aeußerste indie Enge getrieben, ohne Aussicht auf Entsatz, und jeden Augenblick desSturms gewärtig, wozu bereits die Vorbereitungen getroffen wurden,nahm am 1. September diese Bedingungen an, und die Capitulationwurde am 23. Juni 1610 von beiden Seiten unterzeichnet und aus-4. Septembr.gewechselt.Die Haupt=Bedingungen waren: Die Besatzung erhielt freien Abzugund 14 Tage Frist um das Land zu verlassen; alle in der Festung nochvorhandene Munition, sämmtliche Geschütze und alle Vorräthe mußtenden Belagerern überwiesen werden; Herr von Reuschenberg, als Jülich-scher Unterthan, sollte im Besitz seiner Güter, Rechte und Privilegienbleiben, wenn er innerhalb drei Monaten den Possedirenden den Eidder Treue schwöre. In dem ersten. Artikel wurde noch wörtlich fest-gesetzt:Nachdem hiebevorn I. Fürstl. Gn. von Brandenburg undNeuburg, weyland Kön. May. in Frankreich, Heinrich IV., ChristmilderGedächtnuß, versprochen und zugesagt, daß sie in den FürstenthumbenGülich, Cleve, Berg und anderen derzu gehörigen Landschafften undStätten, so sie jetzo in Besitz haben, keine Aenderung der CatholischenApostolischen Römischen Religion einführen, sondern derselben freyeUebung jedermänniglich zulassen und vergönnen wollen, als verheißenhochgedachte Fürsten nochmalen, daß sie demselbigen nachsetzen, und alleGeistliche Personen in ihren Schutz nehmen, und sie ihrer Privilegien,Freyheiten, Renten und Einkommens frey und ungehindert genießen lassenwollen. Es liegt demnach in diesem Artikel der Jülicher Capitulationein neuer Beweis vor für die Nichtigkeit der von der andern Seitestets wiederholten Behauptung, die ganze Jülichsche Streitfrage sei nurauf die Unterdrückung des Katholicismus gerichtet gewesen.Den folgenden Tag zog die Besatzung, noch 1500 Mann stark,über die Roer=Brücke aus der Stadt, an dem Lager der Franzosenvorüber, wo sich die Fürsten mit dem Prinzen Moritz, dem Fürstenvon Anhalt, dem Marschall de la Châtre und einem großen Gefolgevonvornehmen Befehlshabern aufgestellt hatten, welche als Zuschauerder Belagerung beigewohnt. Es werden darunter nicht nur die SpanischenGouverneure an den GrenzenFuentes u. m. A. namhaft gemacht, son-dern es wird auch bemerkt, daß aus Brabant, Deutschland, Frankreich, Eng-