49menter wurden in verschiedene Orte vertheilt, theils auch abgedankt.Die Citadelle wurde von 2 Compagnieen der Fürstlichen Leibgardebesetzt, die Stadt von 4 Compagnieen Deutscher Söldner, von denen2 von den Fürsten, 2 von der Union bezahlt werden sollten. — DenFranzosen hatte man dadurch eine Ehre erwiesen, daß man 2 ihrerCompagnieen zuerst hatte in die Festung einziehen lassen. Am 3. Sep-tember hatte auch die Besatzung des Schlosses Bredenbend capitulirt,so daß die Possedirenden nun gänzlich Herrn im Lande waren und umso zuversichtlicher die vom Kaiser ausgeschriebene Conferenz zu Kölnbeschicken konnten, wo weiter über die „Jülichsche Succession traktirtwerden“ sollte.Unser Kriegsmann, Wilhelm von Calckum genannt Lohausen, hatteder Belagerung beigewohnt als Lieutenant in dem von KrachtschenRegimente; doch scheint er von dem Markgrafen Ernst zu besonderemDienst herangezogen worden zu sein. Dem Ausgang der Belagerungsollte er nicht mehr thätig beiwohnen; denn am 10./20. August, als erim Gefolge des Markgrafen Ernst von einem Quartier in das andereritt und die Belagerungs=Arbeiten besichtigte, wurde er in unmittelbarer Nähe des Markgrafen, „nur zwei Schritt von demselben entfernt“von einer aus der Festung abgeschossenen Falkonet=Kugel getroffen,welche ihm das rechte Bein so zerschmetterte, daß esamputirt werden mußte. — Auf dem Krankenlager in Düsseldorfbat er am 24. November4. December 1610 den Kurfürsten um eine Bestallung undTractament auf ein Jahr. Er motivirt diese Bitte durch seine imDienste des Kurfürsten erlittene Verstümmelung: „daß also Ew. ChurfDurchl. Diensten, darin ich zur Zeiht bestelt, zum Besten nicht nakom-men, auf das Avancement und Befürderung, so ich vermittelst Dero-selben mit Darsetzung leybes undt lebens bey Ew. Churfürstl. Durch-laucht mit der Zeit underthenigst zu suchen und zu werben verhoffte,nicht verfolgen kann, undt Ich mier in keinen Zweifel ziehe, daß Ew.Churf. Durchl., alß ein hochedeller Fürst (dessen sie dan bey mennig-lichen, sonderlich aber in diesen Landen genugsam verrümpt) in ansehungdaß solches Unglück in Deroselben Dienst und (wie gemelt) ihrem ge-liebten Herren Bruder und gewalthaber auffwartende, mier zu handengestoßen, Ihre hochfürstliche Gnade an meiner person hierbey uner-2).“wiesen nicht lassen werden 2In Folge dieser Bitte erhielt nun Lohausen auch eine Capitäns-Bestallung mit 300 Rthlrn. jährlich von dem Kurfürsten Johann Sigis-mund 33). Wenn aber die kriegerische Laufbahn hierdurch momentan
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