46.uns mit, daß die Franzosen äußerlich zwar glänzender und eleganterausgesehen hätten, daß sie jedoch selbst über die weit zweckmäßigereund bessere Bewaffnung der Niederländer sich nicht genug hätten ver-wundern können. Uebrigens erwies der Prinz seinem Verbündeten diegrößten Ehren und bot ihm sogar den Oberbefehl über den weiterenFortgang der Belagerung an, was der Marschall jedoch in hergebrachterFranzösischer Courtoisie ausschlug. Auch der Markgraf Ernst und Pfalz-graf Wolfgang Wilhelm, welche der Belagerung beiwohnten, empfingendie Franzosen auf das entgegenkommendste.Den 22. August ließ Oberst von Reuschenberg durch einen Parla-mentär den Prinzen Moritz um Erlaubniß bitten, seinen Sohn ausder Festung an einen sicheren Ort bringen zu dürfen. Die Bitte wurdebereitwilligst gewährt, aber die vom Prinzen daran geknüpfte Auffor-derung zur Uebergabe erwiderte Reuschenberg ablehnend und schützteseine Pflicht vor, die er dem verstorbenen Herzog Johann Wilhelm unddem Kaiser geleistet, die Festung bis auf den letzten Mann zu ver-theidigen.Die Belagerungs=Arbeiten hatten unterdessen ungestörten Fortganggehabt, und die zuletzt angelegten Batterien brachten das Feuer vonden Wällen immer mehr zum Schweigen. Den 26. August war manso weit gekommen, daß man mittelst Gallerien den Graben überschreitenkonnte. Die Mineure begannen ihre Arbeit, stießen jedoch auf großeSchwierigkeiten, da der Fuß der Mauer in „Ardenner Steinen“ erbautwar, in welche sie nur schwer eindringen konnten, weil jeder einzelneStein ausgebrochen werden mußte. Den 27. August ließ der Prinzden Commandanten abermals zur Uebergabe auffordern. Herr vonReuschenberg erbat sich jedoch drei Tage Bedenkzeit, während welcherFrist das Feuer und das Miniren eingestellt werden sollte. Der Prinzging aber nicht darauf ein und ließ das Feuer noch verstärken. Am28. August war es den Mineurs gelungen, die erste Steinlage zudurchbrechen, und nun begannen sie mit leichterer Mühe in der Futter-mauer von Ziegelsteinen zu arbeiten, so daß sie am 29. August in dasErdreich des Walles eindrangen, während das Feuer aus allen Bat-terien kräftig spielte.Die Belagerten, von den Arbeiten des feindlichen Mineurs bedrohtsuchten mit Contre=Minen dagegen zu wirken, von denen jedoch einenicht hinreichend verdämmt, ihren eigenen Arbeitern beim Sprengengroßen Schaden verursachte. Am 31. August ließen die Belagerer eineHaupt=Mine spielen, welche bei ihrer Explosion einen großen Theil derBekleidungsmauer umwarf, so daß das Erdreich des Walles nachstürzte
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