Druckschrift 
Wilhelm von Calckum, genannt Lohausen
Entstehung
Seite
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44werke genommen worden sei. Dem Fürsten Christian von Anhalt wurdedabei ein Pferd unter dem Leibe erschossen, und der Herr von Sedl-nitzky, Gubernator der Stadt Grave und Oberster Wachtmeister desganzen Lagers, verlor den rechten Fuß und starb wenige Tage nachher.Den 14. August ließ der Prinz mit sieben Geschützen aus zweiBatterien von Morgens früh bis Mittags unaufhörlich auf die beidenHalbmonde und das Ravelin der angegriffenen Front feuern; eine dritteBatterie von vier Geschützen eröffnete ebenfalls noch ein heftiges Feuer.Darauf wurde ein Sturm auf das Ravelin versucht, aber unter großemVerlust abgeschlagen. Erst gegen Abend, als der Sturm mit frischenTruppen wiederholt wurde, gelang es, das Ravelin zu nehmen; dieüber den Graben nach der Citadelle führende Brücke war abgebrochen.Am folgenden Tage, den 15. August, waren die Laufgräben, trotz derschwierigkeit der Arbeit in dem tiefen Terrain, bis zu den beidenHalbmonden (1 u. 2) fortgeführt, und Prinz Moritz beschloß den Sturmauf diese Vorwerke. Wir haben gesehen, daß in dem Corps besondereSchaaren von Franzosen und Engländern waren, welche sich gegenseitigden Ruf der Tapferkeit streitig machten. Um diesen Wettstreit zuseinem Vortheile zu benutzen, befahl der Prinz, daß der Sturm aufden einen Halbmond von den Engländern und Schotten, derjenige aufden andern Halbmond aber von den Franzosen ausgeführt werden sollte.Die Engländer nahmen den Halbmond im ersten Anlauf und setztensich darin fest. Die Franzosen hingegen wurden mit vielem Verlustabgeschlagen, doch wiederholten sie in der Nacht vom 15. zum 16. denAnlauf, und diesmal lösten auch sie ihre Aufgabe mit großem ErfolgVielleicht war es bei dieser Gelegenheit, daß sich folgender Vorfall ereignete,welchen Lord Herbert of Cherbury in seiner Selbst=Biographie erzählt. DerLord war in London mit einem Franzosen, Mr. de Balagny, zusammen-getroffen, der mit großem Selbstvertrauen auftrat und als der tapfersteMann seiner Zeit betrachtet sein wollte, weil er 89 Edelleute im Zwei-kampf erlegt habe. Vor Jülich trafen Beide wieder zusammen. Balagntrief dem Lord zu: Monsieur, on dit que vous êtes un des plus braves devotre nation, et je suis Balagny; allons voir qui fera le mieux! Damit liefer mit bloßem Degen auf die Werke los. Lord Herbert eilte ihm nach underklärte: Herr von Balagny solle entweder zuerst umkehren oder er (Her-bert) würde nie wieder zurückkehren. Da nun Balagny die ersten drei= bisvierhundert Kugeln um seinen Kopf pfeifen hörte, rief er: par Dieu! il faitbien chaud, und rannte nach dem Lager zurück. Langsam und bedächtigfolgte ihm der romanhafte Lord. (Cit. in Barthold, Gesch. der Fruchtbrin-genden Gesellschaft p. 75).