43liche Bastionen, sowohl die der Stadt als der Citadelle, waren in star-kem Mauerwerk aufgeführt und oben mit einer Erdbrustwehr versehen.Gegen die Stadt hin war die Front der Citadelle an der Courtinezwischen den Bastionen (e u. d) noch mit einem festen Thore mit zweiThürmen versehen, die entsprechende Front der Stadt jedoch nur miteiner einfachen Mauer abgeschlossen, in welcher am Thor=Eingang sichzwei Thürme befanden. Endlich war auf dem linken Ufer der Roerzur Deckung der Brücke auf der Straße nach Aachen ein kleiner Brücken-kopf aufgeworfen. Die Berichte erwähnen theilweise zwar auch nochder Befestigung eines Klosters vor der Stadt, in den Abbildungen istjedoch davon nicht das Geringste zu finden.Die Eröffnung der Laufgraben fand noch in der Nacht vom 28.zum 29. Juli ſtatt. Moritz von Oranien hatte die beiden Baſtionen(a u. b) der Citadelle und das dazwischen liegende Ravelin zumAngriffs=object bestimmt, da es in der Natur der Sache lag, dieStadt so viel als möglich zu schonen, und diese von selbst fallen mußtewenn die Citadelle erobert war. Das Belagerungs=Corps bestand mitden Truppen des Fürsten von Anhalt aus circa 18,000 Mann zu Fußund zu Roß, denn die Franzosen waren noch nicht angekommen. DerMarschall de la Châtre getraute sich nicht, den Marsch fortzusetzen,weil er immer noch die Besorgniß hegte, von Seiten des ErzherzogsAlbert aus Brabant Feindseligkeiten erwarten zu müssen. Prinz Moritzhatte ihm zwar den Grafen Solms mit 6 Cornet Reiter entgegen-geschickt, allein der Marschall stellte das Verlangen, man solle ihm5000 Mann zu Fuß und 1500 Reiter bis an die Mosel entgegenkommenlassen. Da sich nun außerdem das Gerücht verbreitet hatte, die Fran-zosen hätten den geheimen Befehl, die Festung Jülich in Sequester zunehmen, so suchte der Prinz unter allen Umständen die Belagerungs-arbeiten zu fördern, um wo möglich noch vor der Ankunft derselben inden Besitz der Stadt zu gelangen.Den 9. August waren die Arbeiten so weit vorgeschritten, daß einSturm auf eins der Außenwerke versucht werden konnte. Wahrschein-lich wurde er auf einen der Waffenplätze (4. 4.) ausgeführt, welchevor den Courtinen lagen; es geht jedoch aus den Berichten nicht mitBestimmtheit hervor, indem nur angegeben wird, daß eins der Außen-der Befestigung genau zu bestimmen, da diese Pläne nicht im Grundriß,sondern in halber Perspective gezeichnet sind. Der anliegende Plan ist ausden Zeichnungen in Belli, Oesterr. Lorbeerkranz, und Franci, Relat. histor.1610, zusammengestellt, unter Berücksichtigung der betreffenden Berichte.
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