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Wilhelm von Calckum, genannt Lohausen
Entstehung
Seite
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42war nur schwach und in schlechter Verfassung, da das Hauptgewichtauf den zweiten Theil, die Citadelle oder das Schloß, gelegt wurde.Dieses Werk (B), mit der Stadt durch eine Brücke über den hiertrockenen Graben verbunden und nordöstlich von derselben gelegen,zeigt sich uns als ein regelmäßiges Viereck, mit vier Bastionen nachItalienischer oder wie sie seit Karl V. genannt wurde SpanischerManier mit casemattirten Facen und zurückgezogenen Flanken. AlsKernwerk lag darin noch das eigentliche Casteel (e), ein massives undfestes Gebäude. Gleich bei der Ankunft in Jülich hatte ErzherzogLeopold eifrig an der Verstärkung der Werke der Citadelle arbeitenlassen. Vor den beiden dem offenen Felde zugekehrten Bastionen (a u. b),außerhalb des trockenen Grabens des Hauptwalles, waren neue Erd-werke aufgeworfen worden zur Deckung der Bastionen, mit den Facenderselben gleichlaufend (1 u. 2). Sie sind in den Berichten Halbmondegenannt, obgleich sie durch ihre Lage nicht denjenigen Werken entspre-chen, welche man in der Fortification gewöhnlich als demi-lune bezeichnet,sondern mehr den Typus der Contre=Garden haben. Ob diese Halb-monde noch mit einem besonderen Vorgraben, gedeckten Weg und Glacisversehen gewesen, läßt sich weder aus den gleichzeitigen Abbildungen,noch aus den vorhandenen Berichten erkennen. Wahrscheinlich lagjedoch vor denselben ein nur wenig tiefer Graben, aus welchem dieErde zum Bau genommen war. Zwischen diesen beiden Bastionen lagvor der Courtine ein Ravelin (3), in einigen Berichten auch alsHalb-mond bezeichnet, zur Deckung des Eingangs und der Brücke an dervon Neuß nach Jülich führenden Landstraße. Vor den beiden anderenCourtinen waren an der Contre=Escarpe Waffenplätze eingerichtet unddurch eine Brustwehr gedeckt; auch diese Verschanzungen (4. 4.) sindin den Berichten unter der allgemeinen BenennungHalbmondeangeführt.Was die Befestigung der Stadt betrifft, so bestand dieselbe ausvier ganzen Bastionen gleich denen der Citadelle. Nur vor der Roer-Fronte lag ein Ravelin, zur Deckung des Einganges auf der Straßevon Aachen; auch scheinen an der Contre=Escarpe einige kleinere Waffen-plätze vorhanden gewesen zu sein. Von solchen Außenwerken, welcheneu aufgeworfen worden waren, findet sich keine bestimmte Nachricht,doch geht aus den Abbildungen hervor, daß hier und dort ein gedeckterWeg vorhanden gewesen sein muß, mindestens eine Brustwehr an derContre=Escarpe, da wir daselbst Schützen vertheilt finden*). Sämmt-*) Anlage 1. Plan der Belagerung von Jülich 1610. Es hält schwer,aus den in mehreren historischen Werken vorhandenen Plänen das Tracé