41den Spaniern noch besetzten Festung Rheinberg vorüber zu führen.Der Gouverneur, Fuentes, erklärte sich jedoch neutral, und besuchteden Prinzen Moritz im Lager mit vielen Spanischen Offizieren, wäh-rend die Schiffe mit den Geschützen bei der Festung vorüber fuhren.Am 22. Juli wurde ein Lager bei Kloster Camp bezogen und dieSchlachtordnung formirt. Den 23. passirte das Corps in Schlacht-ordnung die schwierigen Pässe von Aldekerk und St. Hubert und lagertebei Kempen. Den 24. wurde der Marsch über Willich nach Kaarstund den 25. nach Neuß fortgesetzt. Hier wurde abermals zwei Tagegeruht, um die Ausschiffung der Geschütze abzuwarten. Markgraf Ernstvon Brandenburg und Pfalzgraf Wolfgang Wilhelm von Neuburgbesuchten mit großem Gefolge, darunter alles in Düsseldorf anwesendenDeutschen und fremden Gesandten, den Prinzen Moritz im Lager, wo ihnenzu Ehren die Truppen zu einer großen Heerschau ausrückten. Den26. Juli begab sich der Prinz nach Düsseldorf, speiste bei den Fürstenund traf mit dem Französischen und Englischen Gesandten daselbst nochfernere Anordnungen. Die General=Staaten hatten ihm die Herrenvon Brienen und Johann Berg als Bevollmächtigte beigegeben. Nach-dem die Geschütze ausgeschifft waren, setzte sich das Corps am 27. Juliwieder in Marsch bis Gustorf. In der Nacht explodirten im Lagerin der Nähe des Quartiers des Prinzen Moritz zwei mit Pulver bela-dene Wagen, wodurch gegen 70 Menschen getödtet wurden; man wußtenicht, ob es durch Fahrlässigkeit oder durch Verrätherei geschehen. Am28. Juli endlich langte das Corps, mit welchem sich dasjenige Christiansvon Anhalt, welches bis dahin in Tetz und Hambach gestanden, ver-einigt hatte, auf den Merscher Höhen vor Jülich an. Der PrinzMoritz bezog ein Lager rechts der Straße, Christian von Anhalt aberlinks der Straße nach Stetternich hin. Man begann sofort die LagerVerschanzungen aufzuwerfen und schlug einen von der Besatzung mit300 Musketieren und einem Cornet Reiter gemachten Ausfall siegreichzurück, trotz des Succurses, der mit etlichen Compagnieen Fußvolk undzwei Cornet Reiter nachfolgte.Die Befestigung von Jülich bestand aus zwei wesentlich von ein-ander verschiedenen Theilen. Zunächst der Roer, auf dem rechten Fluß-ufer, lag die Stadt (A des Plans), ein fast regelmäßiges Fünfeck,mit vier Bastionen auf der westlichen, südlichen und östlichen Front,und einem Ravelin vor der südwestlichen Front gegen den Fluß. DerGraben vor diesen Fronten scheint durch einen von Stetternich undeinen von Loersbeck herkommenden Bach, der auf der West=Front zurRoer abfloß, bewässert gewesen zu sein. Die Befestigung der Stadt
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