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Wilhelm von Calckum, genannt Lohausen
Entstehung
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36Besatzung der widerrechtlich im Besitz gehaltenen Festung Jülich sichimmer mehr stärkeUnter diesen für den Erzherzog Leopold immer mißlicher werdendenVerhältnissen glaubte er nochmals den Versuch machen zu müssen, aufdem Wege der Unterhandlungen zu seinem Ziele zu gelangen. Erwendete sich deshalb direkt an den Pfalzgrafen Wolfgang Wilhelm underklärte sich bereit, zunächst wegen Uebergabe der Festung Jülich zutractiren. Ob es ihm mit diesem Anerbieten wirklich Ernst gewesen,oder ob er damit nur habe Zeit gewinnen wollen, da er weder vomKaiser, der mit seinem Bruder Matthias in großem Zerwürfniß stand,noch vom Erzherzog Albert, welcher mit Holland in neue Conflikte zugerathen besorgte, thätige Hilfe erwarten konnte, wollen wir dahingestellt sein lassen. Da trat wiederum ein Ereigniß ein, welches derganzen Sache und der damaligen politischen Lage überhaupt plötzlicheine ganz veränderte Gestalt zu geben drohte.Am 10. Mai 1610 fiel König Heinrich IV. unter dem Mord-messer Ravaillacs. Mit ihm glaubte man jenes mühsam aufgerichteteGebäude der Demüthigung des Hauses Habsburg, welches der Königals leitenden Gedanken seiner Politik so consequent durchgeführt hatte,in sich zusammenstürzen zu sehen. Am Hofe zu Paris bemühten sichdie Gesandten Spaniens, der Päpstliche Nuntius und die Beauftragtender Liga, die Königin Maria von Medicis, welche für ihren unmündigenSohn Ludwig XIII. die Regentschaft übernommen hatte, von der Ver-bindung mit der Union und mit den Possedirenden abzuziehen. DerPäpstliche Nuntius überreichte neben dem Condolenzschreiben eine ernst-liche Abmahnung des Heiligen Stuhls von der Theilnahme an derSache der Protestanten. Aber die Gesandten Englands und der Nieder-lande wirkten eben so kräftig dagegen und suchten die Königin imFesthalten an den vom verstorbenen König bereits getroffenen Anord-nungen zu bestärken.Das Provinzial=Archiv zu Düsseldorf enthält darüber eine Menge Acten.Darunter ist auch eine große Verhandlung über einen Weintransport. DerErzherzog Leopold hatte beantragt, daß ihm gestattet werde, für seine Tafel14 Fuder Wein aus Straßburg nach Jülich zu führen. Die Fürsten hattendies zugestanden und den Streifparteien den Befehl gegeben, diesen Trans-port zwar frei passiren zu lassen, aber sich zu überzeugen, daß unter diesemVorwande kein Kriegsmaterial eingeschmuggelt werde. Die Reiter, welcheden Transport anhielten, glaubten sich von dem Inhalt der Fässer amsichersten durch Anzapfen überzeugen zu können, und so fehlten denn bei derAnkunft des Transports in Jülich mehrere Ohm.