35von Metz ein Französisches Corps unter dem Marschall de la Châtrezusammengezogen werden sollte, und Moritz von Oranien Anstalten traf,bei Schenkenschanz ein Truppencorps zu sammeln. Bei diesem Hin-und Herreisen hatte Fürst Christian die Sammlung der Söldner desErzherzogs Leopold an der Maas wahrgenommen und auf deren zer-streute Quartiere einen Anschlag entworfen, den er auch mit Glückdurchführte.Von Moritz von Oranien bat er sich Truppen aus unter demVorwande eines sicheren Geleits. Es wurden ihm 14 Cornet Reiterund 200 Musketiere aus den Garnisonen Nymwegen, Grave und Eynd-hoven zur Verfügung gestellt, über welche Graf Heinrich von Nassaudes Prinzen Moritz Bruder, den Befehl führte. Anfangs Mai setztensich diese Abtheilungen in Marsch, die Musketiere auf Wagen, undstießen bei dem Hause Mecheln, zwischen Stokkem und Maastricht, aufeine Schaar von 4 Cornet Reiter und 1400 Fußknechten, meist Spanierund Italiener, welche unter dem Befehl des Obersten Grafen Anholtauf dem Marsche nach Jülich begriffen waren. Der erste heftige undunerwartete Angriff warf diese Abtheilungen über den Haufen undzersprengte sie. Etwa 500 Mann warfen sich in das Kloster Rekkumund vertheidigten sich so hartnäckig, daß sie sich erst ergaben, nachdemdas Kloster in Brand gerathen war. Oberst von Anholt wurde schwerverwundet und gefangen, aber gegen Caution in Maastricht gelassen.Eine Landsknechts= und zwei Reiter=Fahnen, über 600 Gefangene undviele sonstige Beute waren die Trophäen, welche Fürst Christian vonAnhalt unter großem Triumph erst nach Düren, dann nach Düsseldorfheimbrachte. Auf dem Rückmarsche des Grafen Heinrich von Nassaugelang es diesem, auch ein vom Obersten Berlo für den Erzherzogeopold geworbenes Regiment zu zersprengen 25).Dieser glücklich geführte Schlag trug nicht wenig dazu bei, dasVertrauen der Possedirenden noch zu heben. Die Reclamationen undBeschwerden, welche sowohl vom Erzherzog Leopold als auch vom Erz-herzog Albert erhoben wurden, suchten sie so gut als möglich zu wider-legen. Dazu kam noch ein zweiter glücklich ausgeführter Schlag durchWegnahme eines Convois von 140 Wagen mit Proviant und Kriegs-material, der von Erkelenz nach Jülich geführt werden sollte. Auchhierüber reclamirte der Erzherzog Leopold, der einen eigentlichen Kriegs-zustand immer noch in Abrede stellte, während auf der anderen Seitedie Fürsten ihre Versicherungen wiederholten, daß sie zwar durchausnichts Feindliches beabsichtigten, aber nicht leiden dürften, daß die
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