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Wilhelm von Calckum, genannt Lohausen
Entstehung
Seite
29
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29den Soldaten den Einmarsch. Herzog Wolfgang Wilhelm eilte selbstherbei und ließ vor der Stadt ein Lager beziehen. In derselbenherrschte ein großer Tumult, da eine dort anwesende Kaiserliche Com-mission, an deren Spitze Adolf von Eynatten stand, die Flamme derZwietracht noch mehr anfachte. Mit Gewalt wurden von den Anhängernder Fürsten unter Führung des Grafen Adam von Schwarzenberg undWilhelm Mockel, gewesenen Bürgermeister, die Thore von innen geöffnetund die Reiter drangen in die Stadt, setzten den Kaiserlichen Com-missarius gefangen, nahmen ihm seine Schriftstücke ab und entferntendie angeschlagenen Kaiserlichen Patente. Sofort ließ der Erzherzoggegen diese Verachtung der Kaiserlichen Autorität protestiren und schickteden Grafen von Fürstenberg nach Düren, um die Herausgabe der demCommissarius abgenommenen Schriftstücke zu verlangen und zugleichwegen eines Waffenstillstandes zu unterhandeln.Beide Punkte wurden bewilligt; die Stadt blieb jedoch im Besitder Fürstlichen, und der Graf zu Solms setzte sich als Gubernator dortfest. Adolf von Eynatten wurde als Gefangener nach Düsseldorf ab-geführt und dort durch Soldaten scharf bewacht. Erst nach mehrerenMonaten wurde er gegen Zahlung einer Ranzion wieder auf freienFuß gesetzt 20)Während dieser Ereignisse in Düren waren aus dem benachbartenAldenhoven Reiter=Abtheilungen zum Succurs dorthin aufgebrochen.Kaum war dies in Jülich bekannt geworden, als auch schon etwa 150Reiter sich auf die Pferde warfen, um einen Handstreich auf Aldenhovenauszuführen. Durch eine mitgebrachte Petarde sollte das Thor gesprengtwerden; doch diese explodirte zu früh, die Besatzung wurde allarmirt,und schlug die Jülichschen mit Verlust zurück. Von ihrer Rückzugslinieauf die Festung abgedrängt, warfen sie sich in das Thal der Roer undes gelang ihnen, das Haus Roerig zu überraschen und die dortigegeringe Besatzung niederzumachen. Von den Fürstlichen wurde nunauch noch Stolberg besetzt, um das Ansammeln der aus Brabant kom-menden und nach Jülich instradirten Söldner in dem dortigen Gebirgs-und Wald=Terrain zu überwachen und zu verhindern. So war amSchlusse des Jahres 1609 der Erzherzog Leopold auf die FestungJülich und wenige andere feste Punkte beschränkt.Das Jahr 1610 begann ebenfalls ziemlich günstig für die Sacheder beiden Possedirenden. Noch im December 1609 hatten sie gegendie Kaiserlichen Mandate, welche in der Reichsstadt Köln angeschlagenworden waren, feierlichst ihre Appellatio secunda ergehen lassen, umihren Rechtsstandpunkt zu behaupten. Aus Paris und aus dem Haag