28Fürsten. Zugleich benachrichtigt er sie von der demnächst erfolgendenAnkunft eines speciellen Gesandten Mr. de Bongars, der mit ihnen dasNähere besprechen werde*). An beide Fürsten schrieb der König unterdem 21. November 19) und setzt seine „très-chers Cousins“ ebenfallsin Kenntniß von der Ankunft des Mr. de Bongars, welcher wirklich EndeNovember in Düsseldorf eintraf. Auch Sächsische Gesandte finden wirwiederum thätig, die Ansprüche des Kurfürsten und der Herzoge aufdie Erblande zur Geltung zu bringen.Bei Aldenhoven stießen am 6. November 1609 die FürstlichenReiter wiederum mit einer Partei des Erzherzogs zusammen. Ineinem scharfen Gefecht wurden dieetzteren geworfen und mit Verlustvon mehreren Todten und dreißig Gefangenen in die Festung zurück-getrieben. Dahingegen mußte der Amtmann von Wassenberg, Herrvon Palant, von dem Versuche das Schloß Bredenbend wieder in denBesitz der Fürstlichen zu bringen, abstehen, da die ErzherzoglichenSöldner den Angriff abschlugen. Aus Mülheim zogen auch FürstlicheReiter über den Rhein, fielen jedoch bei Rodenkirchen, oberhalb Köln,in einen feindlichen Hinterhalt und mußten unter Verlust wieder aufdas rechte Rheinufer zurückkehren. Der Oberst Blasius dagegen machteeinen glücklichen Streifzug bis über die Maas und hob eine ganzeCompagnie Erzherzoglicher Reiter auf, welche dort in der Formationbegriffen war und ferneren Zuzug erwartete. Ein Ausfall, den dieErzherzoglichen aus Jülich auf das nur mit 120 Reitern und 100Fußknechten besetzte Hambach machten, wurde von diesen kräftigzurückgewiesen, worauf die Besatzung verstärkt und mit Hilfe von 200aufgebotenen Bauern Verschanzungen dort aufgeworfen wurden. ImBergischen aber inspicirte der Graf Johann von Nassau mit mehrerenIngenieuren die Städte und festen Häuser, verstärkte, wo es nöthigbefunden wurde, die Befestigungen und ließ mehrere Schanzen anlegenzur Sicherung der Rhein=Uebergänge.Ein größerer Zusammenstoß fand am 19. December in Düren statt.Wir haben gesehen, wie Graf Friedrich zu Solms dort das Commandoübernehmen sollte. Die Stadt, in welcher die Bürgerschaft in zweiParteien getrennt war, hatte die Thore verschlossen und verweigerte*) Der König motivirt sein Schreiben: pour la singulière affection que jeporte aux Princes et à leures maisons, et l’intérest, que j’ai à Vostre bien,à cause de nostre voysinage & de plusieurs autres raisons qui importentà la seurité publique etc.
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