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Wilhelm von Calckum, genannt Lohausen
Entstehung
Seite
26
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26Erzherzog die Dörfer Ober= und Nieder=Embt und Esch besetzen unddie Kirchhöfe stark verschanzen. Später wurden noch weiter zur Erftund über dieselbe hinaus Posten vorgeschoben in den Ortschaften Gleschund Ober=Außem, wo namentlich an letzterem Orte eine sehr festeSchanze aufgeworfen wurde. Die geschärftesten Mandate ergingen andie Städte, selbst im Clevischen, daß den Anordnungen der Fürstenkeine Folge gegeben werden dürfe. Die meisten Städte aber schicktendiese Mandate nach Düsseldorf und baten um Verhaltungsbefehle.Am 29. October 1609 musterten auch beide Fürsten ihr Kriegs-volk. Es stand dies wahrscheinlich in Verbindung mit der Ankunft desFürsten Christian von Anhalt, welche um diese Zeit erfolgte. Christianvon Anhalt kam von Paris, wohin er im Auftrage der im August zuFriedrichsbühel versammelten Theilnehmer der Union gegangen war, umdes Königs Unterstützung nachzusuchen gegen die vom Kaiser zu er-wartenden Gewaltthätigkeiten. Die Unirten hatten dort auch denBeschluß gefaßt, sich der Sache der Possedirenden anzunehmen und die-selben im Besitz der Jülich=Clevischen Erbländer zu unterstützen. Nachgeschehener Musterung ließen die Fürsten starke Abtheilungen über denRhein gehen, um die schon besetzten Punkte noch zu verstärken und umneue Plätze zu besetzen. Auch wurde das Zusammenwirken der in vieleOrte zerstreuten Truppen dadurch mehr geregelt, daß der Oberbefehlin bestimmte Kreise eingetheilt ward. Solche Central=Punkte waren:Düren, wo der Graf Friedrich von Solms befehligte; Hambach, unterdem Obersten von Kracht; Aldenhoven unter dem Obersten Blasius,und Bergheim, wo der Rittmeister Schweichel stand. Alle diese Postenerhielten durch ausgesendete Streif=Partieen eine stete Verbindung untereinander und suchten alle Zufuhr nach Jülich zu verhindern.Kehren wir von diesen kriegerischen Vorbereitungen wieder zu denunausgesetzt zwischendurch laufenden diplomatischen Verhandlungen zurück,so waren beide Theile auch auf diesem Felde nicht müßig gewesen. Wirhaben bereits erwähnt, daß die erlassenen Kaiserlichen Mandate bishernur theilweisen Erfolg gehabt hatten. Dieses Schicksal theilte auchdas Mandat vom 21. October, welches in Form eines „offenen Briefesdas verbreitete Gerücht widerlegen sollte, daß der Kaiser den ErzherzogLeopold zurückberufen habe, und worin zum Gehorsam ermahnt wird.Man glaubte deshalb energischer auftreten zu müssen. Unter dem 6. No-vember ergieng dann auch ein „geschärfteres Mandat an die HerrenRäthe, Beamten, Diener und gemeine Eingesessene, Stände, Unter-thanen und Schutzverwandte, worin, unter Bezugnahme auf die früherenBefehle, härtere Strafen für den beharrlichen Ungehorsam angedroht