25Fürsten vorbringen; diese hätten mit den Feindseligkeiten den Anfanggemacht, es gebühre sich also auch, daß sie zum Frieden die erstenSchritte thäten. In Düsseldorf legten die Herren am 30. Septemberbeiden Fürsten „auff der Rathstuben im sitzenden Rath“ ihr Anliegenvor und wurden vom Herzog Wolfgang Wilhelm dahin beschiedendaß Alles erst wohl überlegt sein wolle und ihnen schriftliche Resolutionertheilt werden solle. Den 1. October hatten sie besondere Audienzbei dem Brandenburgischen Geheimenrath Johann von Kettler, der sichmit ihnen zwar in eine lange Verhandlung einließ, aber auch keinendefinitiven Bescheid ertheilte. Auch den Kur=Pfälzischen und Würtem-bergischen Gesandten trugen sie am 3. October ihr Anliegen vor, ohneweiteren Erfolg. Am 6. October wurden sie abgefertigt und rittenden 7. wieder nach Jülich, wo sie am 8. und 9. October abermalsAudienz hatten. Den 14. und 15. October finden wir sie wiederumin Düsseldorf. Aber all dies Hin= und Her=Reiten führte nicht zudem gewünschten Ziel, und nach einer abermaligen Audienz am 21. Octoberin Jülich finden wir die Herren auf dem Ritte nach Köln, wohinnoch mehrere aus den Landständen von Berg, von Cleve und Markzum 1. November beschieden waren. Alle Unterhandlungen scheiterteneben an dem Princip, dessen wir oben schon erwähnt haben: Jederglaubte sich im Recht und wollte davon nicht abstehen*).Am 20. October musterte der Erzherzog Leopold sein Kriegsvolk,was nach damaligem Brauch den bevorstehenden Anfang des Kriegesvoraussehen ließ. In Lüttich hatte er viele Bäcker, Brauer und Kohlen-gräber anwerben lassen, welche sich offen und heimlich nach Jülich be-gaben. In Köln hatte er die Wagen=Mühlen ankaufen lassen, welcheSpinola vor drei Jahren dort zurückließ und welche so eingerichtetwaren, daß sie das verladene Korn während des Fahrens vermahlten 16)An den Festungswerken von Jülich hatte er eifrigst arbeiten lassen, undvom Erzherzog Albert achtzehn Stück schwere Geschütze erworben, welchein Erkelenz gestanden hatten und nun nach Jülich transportirt wurden.Um den Zugang auf Jülich auch von der Ostseite zu sichern, ließ derDer Herr Franz von Eynatten hat über alle diese Verhandlungen ein genauesProtokoll mitgetheilt. Er scheint überhaupt in der Jülichschen Ritterschafteine große Rolle gespielt zu haben und war durch seinen Sohn, Adolf vonEynatten, der von den Erzherzogen Leopold und Albrecht vielfach zu Sen-dungen verwendet wurde, auch von den äußeren Verhältnissen genau unter-richtet. Adolf von Eynatten war es auch gewesen, der gleich nach demTode Johann Wilhelms die Nachricht dem Kaiser eiligst nach Prag überbrachthatte.
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten