21nungen nicht fügen wollte, ab und ernannten Rembold von Kerssenbroichzum Gogrefen von BielefeldIm Herzogthum Cleve war Matthias von Wachtendonk zu Hüll-hausen mit dem Oberbefehl über die aufzustellende bewaffnete Machtbetraut worden. Bertram von Lützerad, Wilhelm Quadt von Zoppen-broich, Amtmann zu Ringenberg, Knipping zu Heyen u. m. A. werdenaußerdem noch namhaft gemacht, als für das Interesse der Fürstenwirkend.Hierbei ließen es jedoch die Possedirenden nicht beruhen, sondernsuchten auch durch Verbindung nach Außen sich zu stärken, wiebereits früher erwähnt wurde. Schon am 15. Juli trafen „etlichetausend Mann zu Fuß und zu Roß mit grobem Geschütz“ aus Frank-reich nicht weit von Malmedy ein und ließen den Fürsten zu Düssel-dorf ihre Dienste anbieten. Es scheint dies jedoch noch keine offizielleHilfe gewesen zu sein, sondern mehr ein „Privat=Unternehmen“wenn wir diesen Ausdruck gebrauchen dürfen — einiger FranzösischerParteigänger aus dem eben beendeten Spanisch=niederländischen Kriege,welche ihr angeworbenes Volk noch nicht abgedankt hatten und jetzt neueBeschäftigung aufsuchten. Die beiden Fürsten nahmen die angebotenenDienste nicht an, „haben jedoch die nach Düsseldorf gekommenen Oberstenwegen dankbaren Gemüths stattlich verehrt“ 10). Ebenso trafen achtSchiffe mit Französischen Truppen in Holland ein, und auf den Gren-zen sammelte sich viel Kriegsvolk, dessen Oberste abermals sich inDüsseldorf den Fürsten zur Verfügung stellten. Diese wollten jedochnoch nichts Thätliches unternehmen!!), wahrscheinlich weil sie sich nochnicht stark genug fühlten, mit eigenen Söldnern auftreten zu könnenwozu die Werbungen eifrig betrieben wurden. Die Stände des Kur-fürstenthums Brandenburg hatten Johann Sigismund zur Durchfüh-*) In dem Kaiserl. Mandat vom 11. November 1609, durch welches alle diehier Genannten bei Androhung der Acht und Aberacht vor den Kaiserl.Richterstuhl gefordert werden, und dem die hier angeführten Facta entnom-men sind, ist Wilhelm von Lohausen als Derjenige namhaft gemachtwelcher in Bielefeld thätig gewesen sei. Dies beruht jedoch auf einer Ver-wechselung der Vornamen, denn es war Ludolf, der älteste Bruder undErbherr auf Lohausen, wie aus den Berichten des Markgrafen Ernst undaus einem Schreiben Ludolfs v. L. an den Kurfürsten hervorgeht. ZurBelohnung seiner Dienste wurde ihm das durch Todesfall erledigte Stein-hausensche Lehngut Niedermühlen in Aussicht gestellt, welches jedoch einHerr vom Closter erhielt, wofür Lohausen mit einer Rittmeister=Bestallungauf 300 Thlr. abgefunden wurde. (Belege im Geh. Staatsarchiv zu Berlin.)
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