den Einfluß der noch zu Lebzeiten des Herzogs nach Düsseldorf gesen-deten Kaiserlichen Commissarien vermehrt wurde. Während nun sowohlvon Brandenburgischer als von Neuburgischer Seite mit Besitzergreifung,Anschlagung der Wappen und Protestationen fortgefahren wurde, er-hielten die Fürstlichen Räthe den Kaiserlichen Befehl, daß sie mit derFürstlichen Wittwe bis auf Weiteres die Regierung führen und keinePartei vor der anderen zulassen sollten. Um die Verwirrung noch zuvermehren, hatte auch der Kurfürst von Köln sofort an vielen Ortenseine Wappen anschlagen lassen und getrachtet, dieselben als Kur=KölnischeLehen in Besitz zu nehmen.Unterdessen hatte der Kurfürst von Brandenburg seinen Bruder,den Markgrafen Ernst, als Bevollmächtigten und Statthalter nach demRheine entsendet, um dort dem Pfalzgrafen Wolfgang Wilhelm ent-gegen zu treten. Proteste folgten auf Proteste; in weitschweifigenDeductionen suchten Beide die Rechte ihrer Vollmachtgeber aufrecht zuerhalten, und es würde wahrscheinlich jetzt schon zu offenen Feindselig-keiten gekommen sein, wenn nicht die gemeinsame Gefahr, welche ihnenvon Kaiser und Reich drohte, sie endlich vereinigt hätte. Durch Ver-mittelung des Grafen Johann von Nassau und des Landgrafen Moritzvon Hessen, wurden Einleitungen getroffen zu einem gütlichen Vergleichwelcher auch am letzten Tage des Monats Mai a. St. in Dortmundzu Stande kam, nachdem eine frühere Besprechung auf dem Wittgen-steinschen Schlosse Homberg an der Widerspenstigkeit des Neuburgersgescheitert war. Pfalzgraf Johann von Zweibrücken erklärte sichunter dem 29. Juni mit diesem Vergleich einverstanden, welcher dieRechte keines der Prätendenten präjudiciren sollte.Auch Abgeordnete des Kurfürsten von Sachsen und der anderenPrätendenten waren schon in Düsseldorf eingetroffen, aber durch dasgeschärfte Kaiserliche Mandat vom 24. Mai, welches den Brandenburgerund den Neuburger zur Vereinigung gedrängt hatte, von einem bestimm-teren Hervortreten mit ihren Prätensionen zurückgehalten worden. InDortmund hatte ein Kaiserlicher Rath gegen den geschlossenen VergleichProtest einlegen wollen, konnte jedoch keinen Notar auffinden, welcherdiesen Protest in aller Form Rechtens insinuiren sollte!). Auch vonden Jülichschen und Bergischen Ständen waren Deputirte nach Dort-mund geschickt worden, denen sich ein Herr von Vinke als Vertreterder Grafschaft Ravensberg anschloß; sie fanden aber die Einigungbereits vollzogen, und ihr Antrag: auch den Herzog von Pfalz=Zweibrücken, sowie den Markgrafen von Burgau, mit in den Vergleich auf-zunehmen, kam zu spät. Markgraf Ernst aber hatte schon gleich bei
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