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Wilhelm von Calckum, genannt Lohausen
Entstehung
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10In diese Zeit von 1606 bis 1609 fallen ja alle jene Bestrebungender Pfalzgrafen, die Protestanten Deutschlands zu größerer Einigkeitzu verbinden. Kurfürst Friedrich IV. ließ nicht ab, seine Mitständedurch eigens zu diesem Zweck instruirte Gesandte bearbeiten zu lassenund ihnen die Schweizer als Beispiel vorzuhalten, welchein derReligion zwar nicht einig, dennoch ihr Regiment und Wesen vollständigerhielten 25). Die Zustände Deutschlands wurden aber immer zerfahrener.Kaiser Rudolf II., in seiner Hofburg zu Prag eingeschlossen, bekümmertesich wenig oder gar nicht um die Regierung und überließ dieselbe seinenRäthen, indem er sich nur mit kostbaren Spielereien, Juwelen undMünzsammlungen, besonders aber mit schönen Pferden beschäftigte. DieFolge hiervon war das schärfere Einschreiten mehrerer katholischerReichsfürsten gegen ihre protestantischen Unterthanen, welche jetzt wederbeim Reichs=Kammergericht noch beim Reichs=Hofrath unparteiischesUrtheil fanden. Ganz besonders war dies der Fall in den Oesterreichi-schen Erblanden, wo Ferdinand von Steiermark, Kärnthen und Krainseit 1596 regierte und auf Anregung seines Beichtvaters, des JesuitenLämmermann (P. Lamormain), mit harten Maßregeln gegen seineakatholischen Unterthanen vorgiengDas scharfe Verfahren gegen die Stadt Donauwörth (1607) öffneteden protestantischen Fürsten endlich die Augen über Dasjenige, was sievon der Haltung des 1555 geschlossenen Religionsfriedens zu erwartenhatten. So gelang es den Bemühungen des Kurfürsten Friedrich IV.und des jungen Pfalzgrafen Johann II. von Zweibrücken, am 4. Mai1608 zu Anhausen in Franken den ersten Unions=Vertrag zu Standezu bringen, worin die schon 1594 auf dem Conventstage zu Heilbronnangebahnte engere Verbindung der Protestanten verabredet und vorläufigauf zehn Jahre festgestellt wurde. Die katholischen Reichsstände, unterFührung des Herzogs Maximilian von Bayern, antworteten daraufbekanntlich durch die am 10. Juli 1609 geschlossene Ligue, so daß nunDeutschland gleichsam in zwei große Lager gespalten war.Unter diesen schwierigen und verworrenen inneren Zuständen desDeutschen Reiches trat ein Ereigniß ein, welches den glimmenden Funkenbald zur hellen Flamme anfachen sollte. Es war der am 25. März1609 erfolgte Tod des letzten blödsinnigen und kinderlosen HerzogsJohann Wilhelm von Jülich=Cleve=Berg und die damit verbundeneErledigung der directen Succession in diesen Ländern. Alle diejenigenAnsprüche, welche von den verschiedensten Seiten auf diesen vorauszu-sehenden Fall schon seit lange vorbereitet waren, kamen jetzt zum Aus-