der Siebenbürger und der mit ihnen verbündeten Türken sich dort hielt,bis zu dem im Jahre 1606 geschlossenen Frieden.Hier, — vor und in Eperies — machte Lohausen die erste prakti-sche Anwendung seiner militärischen Studien und bewährte sich darin;denn es wird ihm das Lob ertheilt, daß er den Dienst eines tapferenSoldaten geleistet habe. Zugleich wird aber auch erwähnt, daß er inden dienstfreien Stunden sich mit großem Eifer dem Studium derlateinischen Sprache gewidmet habe, so daß er dieselbe nicht nur sehrgeläufig sprach, sondern auch mit Gelehrten um den Preis streitenkonnte 14)Mit reichen Erfahrungen und neuen Kenntnissen ausgerüstet kehrtenun Lohausen — wahrscheinlich 1607 — an den Hof von Zweibrückenzurück. Seinen hohen Gönner, den alten Pfalzgrafen, fand er nichtmehr. Johann I. oder der Aeltere war 1604 gestorben, und seinältester Sohn hatte als Johann II. die Regierung angetreten. Mitundoffenen Armen nahm dieser seinen Jugendgefährten Lohausen auf,Nurbekleidete ihn mit der Würde eines Kammerjunkers (cubicularii).die Namen hatten am Hofe zu Zweibrücken gewechselt, das politischeund religiöse System, wenn wir diesen Ausdruck gebrauchen dürfen,war unverändert geblieben. Johann II., im jugendlichen Alter von20 Jahren zur Regierung gelangt, ein Mann von guten Anlagen undeiner sorgfältigen, trefflichen Bildung, trat ganz in des Vaters Fuß-stapfen. Als 1610 der Kurfürst Friedrich IV. zu Heidelberg starb,wurde Johann II. Vormund des jungen Friedrich V., trotz desWiderspruches des älteren Bruders des Verstorbenen, des PfalzgrafenPhilipp Ludwig von Neuburg, eines der eifrigsten Vorkämpfer desmethodoxen Lutherthums. In dieser Vormundschaft vertrat Johann II.auch die Pfälzische Kur und war später bei dem Tode des KaisersRudolf II. (1612) Reichsverweser im westlichen Deutschland. Wirglauben auf diese Verhältnisse aufmerksam machen zu müssen, dasie auf den ferneren Verlauf des Lebens unseres Helden gewiß nichtohne Einfluß geblieben sind.Zunächst verwendete ihn der Pfalzgraf zu vielfachen Missionen.Es wird zwar nur eine derselben — an die verwittwete HerzoginAntoinette von Jülich (wahrscheinlich zur Zeit des Ablebens JohannWilhelms 1609) — besonders bezeichnet. Rufen wir uns aber diepolitischen Ereignisse jener Zeit, welche Deutschland bewegten, kurz insGedächtniß, so unterliegt es wohl keinem Zweifel, daß Lohausen auchmit anderen wichtigeren Aufträgen wird betraut worden sein.
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten