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Wilhelm von Calckum, genannt Lohausen
Entstehung
Seite
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und auch jetzt, durch Heranziehung der Spanier und der Spanisch-Niederländischen Macht freilich unter dem Deckmantel als Burgundi-scher Kreistruppen ihre Kräfte verstärkten zur Verfolgung ihrerpolitisch=religiösen Zwecke.Daß diese Verhältnisse auf den regen und empfänglichen Geist desjungen Lohausen von bedeutendem Einfluß sein mußten, ist leicht zuermessen, und hier haben wir auch die Wurzel jener festen, streng undwahrhaft religiösen Gesinnung zu suchen, welche er in seinen reiferenJahren in allen Ereignissen seines vielbewegten Lebens, sowohl in denStürmen des Krieges als in seiner friedlichen schriftstellerischen Thätig-keit, stets bekundet hat.Für den wehrhaft gewordenen und mit dem Schwerte umgürtetenJüngling war es nun die zunächstliegende Aufgabe, sich durch die Thatdes Schwertes würdig zu beweisen. Der Weg dazu war vorgezeichnet.Damals gehörte es gewissermaßen zur Ehrenpflicht eines jungen Edel-manns, der sich dem Waffenhandwerk widmen wollte, an den östlichenGrenzen Deutschlands einen Feldzug gegen den Erbfeind der Christen-heit, die Türken, gemacht zu haben. Gerade zu dieser Zeit war dortdie Noth groß. Die Siebenbürgischen Rebellen hatten sich mit denTürken verbunden und manche Vortheile über die Deutschen Truppenerlangt. Stuhlweißenburg war (1602) von den Türken wieder genom-men und das in ihren Händen befindliche feste Ofen wurde vergeblichvom Kaiserlichen General Rußwurm angegriffen. Auf dem Reichstagezu Regensburg (1603) hatten die Reichsstände dem Kaiser Rudolf II.zwar die von dem Kaiserlichen Commissar Erzherzog Matthias bean-tragte Stellung von 16,000 Mann zu Fuß und 5000 Reitern auf fünfhintereinander folgende Jahre nicht bewilligt, aber dennoch eine Beihilfevon 86 Römer=Monaten zugestanden, wovon für das laufende Jahr(1603) noch 20, für die drei folgenden Jahre aber je 22 aufgebrachtund zur Verfügung gestellt werden sollten. In Folge dieses Beschlusseswurden denn auch im Reich neue Regimenter geworben, um dem Kai-serlichen General Basta Verstärkungen zuzuführen. Dieser Expeditionschloß sich Lohausen an als Volontair, oder, wie damals der militärischeAusdruck es nannte als Avanturier, Adventurirer, und fand baldGelegenheit zu seinem ersten Waffengange. Der Siebenbürgische An-führer Bätschkay hatte im Jahre 1604 die Festung Eperies an derTarissa, nur 6 Meilen von Kaschau, erobert. Mit den erhaltenen Ver-stärkungen nahm General Basta den sehr festen Platz wieder und legteeine Kaiserliche Besatzung hinein, welche trotz der wiederholten Angriffe