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Wilhelm von Calckum, genannt Lohausen
Entstehung
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nach vollbrachtem Knappendienst feierlich den Ritterschlag erhielt. Hier,am Hofe zu Zweibrücken, und bei den nahen Beziehungen und öfterenBesuchen am Kurpfälzischen Hofe zu Heidelberg, haben sich voraus-sichtlich diejenigen Verbindungen angeknüpft, in denen wir unserenKriegsmann später wiederfinden. Am Hofe zu Heidelberg, bei demKurfürsten Friedrich IV., waren zu jener Zeit Männer versammelt,welche, wie Fürst Christian von Anhalt, Graf Otto von Solms,Volrad von Plessen u. m. A., sowohl in militärischer als diploma-tischer Beziehung eine bedeutende Rolle in der Deutschen Geschichteſpielen.Aber auch noch eine andere Seite muß hervorgehoben werdenGerade in diese Zeit, wo Lohausen zum Jünglingsalter heranreiftefallen die Anfänge einer engeren Verbindung der Deutschen protestanti-schen Fürsten zu gemeinschaftlicher Vertheidigung gegen die stärker wiederauflebende Reaction des Katholicismus. Kurfürst Friedrich IV. vonder Pfalz hatte ja die Führung übernommen, da der Kurfürst vonSachsen, strenge festhaltend am orthodoxen Lutherthum, sich wenig ge-neigt zeigte, den Bestrebungen der zum großen Theile der Lehre Calvinsanhangenden anderen protestantischen Reichsstände, namentlich der Pfälzer,Vorschub zu leisten. Der Hof zu Heidelberg wurde deshalb auch indieser Hinsicht ein belebender Mittelpunkt. Der Kurfürst, in einträch-tiger Verbindung mit seinem Zweibrückenschen Vetter, mit MarkgrafErnst Friedrich von Baden, mit den Brandenburger Markgrafen Fränki-scher Linie, Johann Friedrich und Joachim Ernst, ja selbst mit demeifrig lutherischen Friedrich von Württemberg, hatte auf einem Conventezu Heilbronn im März 1594 es zu Stande zu bringen gewußt, daßAlle erklärten, für einen Mann zu stehen und die Interessen der Ein-zelnen gemeinsam zu verfechten und dem Kaiser kein Zugeständniß zumachen vor Erledigung der inneren, namentlich der kirchlichen Fragen 12)In jugendlichem Selbstvertrauen hatte der 20jährige Kurfürst ge-hofft, calvinisches und lutherisches Interesse mit einander zu versöhnenund eine compacte Macht des Protestantismus in Deutschland zubilden 13), nicht ahnend, daß er hiermit den Grundstein zu dem späterenUntergange des Pfälzischen Kurhauses gelegt. Aus dieser Verbindungentstand nämlich die spätere Union (1608), welche nach kurzer Thätigkeit einen so kläglichen Verlauf nahm und in ihren Fall den schwerenVorwurf mit hineinnehmen mußte, Frankreich und dem Auslande einefast entscheidende Stimme in den inneren Angelegenheiten unseres Deut-schen Vaterlandes zugestanden zu haben. Nur dadurch kann dieser Vor-wurf einigermaßen ausgeglichen werden, daß die Gegner, schon früher