6zunächst wieder als Edelknaben oder, wie er selbst in einem später zuerwähnenden Schreiben angibt, — als „Jungen“.Pfalzgraf von Zweibrücken war damals, seit 1579, Johann I.,der Gemahl der Prinzessin Magdalena von Jülich und Cleve, einerSchwester Herzogs Johann Wilhelm. Johann I. war ein in jederBeziehung ausgezeichneter Fürst, und sein Hof zu Zweibrücken wareine Pflanzstätte hoher Bildung, ohne sich zu sehr den zwar mehr ver-feinerten aber auch mehr verderbten Sitten zuzuwenden, welche dernahverwandte Kurpfälzische Hof zu Heidelberg aus der engeren Ver-bindung mit dem Französischen Hofe bei sich eingebürgert hatte. Deralte Pfalzgraf hatte ein besonderes Gefallen an den Wissenschaften undtrieb eifrig historische und genealogische Studien. Seinen drei SöhnenJohann (geb. 1584), Friedrich Casimir (geb. 1585) und JohannCasimir (geb. 1589) ließ er eine ausgezeichnete Erziehung zu Theilwerden. Lohausen wurde als Gefährte in das jugendliche Kleeblattaufgenommen und theilte nicht nur den Unterricht der jungen Pfalz-grafen, sondern war auch ihr Genosse in allen ritterlichen Uebungen.Hier legte er den Grund zu der gediegenen wissenschaftlichen Bildung,welche ihn nachher so sehr auszeichnete. In dem Schreiben, mit welchemer später die Erstlinge seiner schriftstellerischen Thätigkeit — ein mathematisches Werk, auf welches wir zurückkommen werden — seinemJugendgenossen, dem Pfalzgrafen Johann II., widmet, sagt er selbst,daß er dies für eine Pflicht der Dankbarkeit halte, „weiln der grund„nicht allein dieser, sondern auch anderer meiner zwar geringfügiger„doch mir fast nützlichen wissenschafft in bei Ew. Furstl. Gnaden kind-„heit und Jugend über elfjährigen, als jungen, unterthänigsten„auffwartung und dabei gethanen reisen gelegt: Als habe ich nicht„unfügsamb, auch Ew. Fürstl. Gnaden verhoffentlich nicht unangenehm„geachtet, die, wie obgenannte Erstlinge der wiewohl schlechten Früchten„zu der wurtzell dannenhero sie entsprossen, zu zu schicken, und diß„Buchlein Ew. Furstl. Gnaden zu zu eignen“ 11).Eilf Jahre lang blieb also Lohausen in diesem Verhältniß amPfalz=Zweibrückenschen Hofe und machte in Begleitung der jungenPfalzgrafen die damals für einen Fürstensohn unentbehrliche Reisenach Frankreich und an den Französischen Hof, der zu jener Zeitals der eigentliche Boden feiner Erziehung und Bildung angesehenwurde. Mit den jungen Prinzen nach Zweibrücken zurückgekehrt, wurdeer, nach damals besonders an den Höfen noch herrschendem Brauch,wehrhaft gemacht und in den Ritterstand aufgenommen. Es war diesein Nachklang aus der Zeit des Ritterthums, wo der junge Edelmann
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