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Fig. 466.
Unterfchied zu machen war, fo lag es nahe, das Gebäude nach der Mittellinie in zwei annähernd gleicheTheile zu trennen und jeder Anflalt die Hälfte zuzuweifen. Daraus ergab fich die in Fig. 466 dargeftellteGrundrifsanordnung mit vier von Weft nach Oft ziehenden Reihen von Räumen, die an der wefilichenHauptfeite und der öftlichen Hinterfeite durch Querreihen abgefchloffen find. Die nördliche Hälfte nimmtdas Mufeum, die füdliche die Bibliothek ein. Da die Grundfläche des Bauplatzes kaum genügend war, umdie verlangten Räume beider Anftalten mit Hilfe eines Obergefchoffes über den äufseren Reihen von Sälenunterzubringen, fo ift überhaupt kein Hohlraum im ganzen Haufe, das einen einzigen gefchloffenen Bau-körper bildet. Die zwei mittleren Reihen von Sälen find mittelsDeckenlicht erhellt. In Folge der Schiefwinkeligkeit der vorderenund hinteren Querreihen entftanden kleine Unregelmäfsigkeitenin den untergeordneten Räumen, Mauern, die an einem Endedicker find als am anderen, und fonflige kaum bemerkbare Ab-weichungen von der Symmetrie.
Die Haupteingangshalle / ift gemeinfam für Mufeum undBibliothek, und defshalb in folcher Weife bemeffen und ausge-ftaltet, dafs fie dem Befucher von vornherein einen Begriffvon der Beftimmung und Bedeutung des Gebäudes gibt, in daser eingetreten ift. Fig. 468 ftellt den Längenfchnitt diefesRaumes dar, der aus drei durch Pilafter getheilten, mit Kreuz-gewölben überfpannten Jochen und zwei feitlich abfchliefsendengrofsen Nifchen von halbkreisförmiger Grund- und Deckenformbefiehl. Dem Eingangsthor gegenüber ift in der Mitte derWand eine Nifche mit einem Abgufs der im Louvre befindlichenPallas von Velletrt angeordnet. Die zum Mufeum, bezw. zurBibliothek führenden Thüren find in den beiden Seitenjochen,vier weitere Thüren, welche die Nebenräume 2, j, 4 und dasTreppenhaus zugänglich machen, in den grofsen Abfchlufsnifchenangebracht. Die Gewölbeflächen fchmücken Arabesken, dieBogenfelder über den Thüren finnbildliche Malereien. Die ab-getönten Wände find mit Infchriftstafeln aus incruftirtem weifsemStein und auf 2 m Höhe mit Marmor bekleidet. Der in ver-fchiedenfarbigem Marmor eingelegte Bodenbelag ftimmt mit demReichthum des farbigen Schmuckes überein; an den Wändenftehen gefchnitzte Nufsbaumbänke und Marmorfäulchen mit ver-zierten Bafen und Kapitellen, welche antike Büften tragen.
Das Mufeum befteht aus drei 13 m weiten Gemäldefälen 12,die an den Ecken abgefchrägt, mit Kuppelgewölben überfpanntund durch die im Grundrifs angegebenen Deckenlichter erhelltfind. Die Wandfläche ift braunroth, die Wölbfläche etwas hellergetönt und mit Borten, Sternen und einfachen Eckornamentenbemalt. Die Deckenverglafung befteht aus Mattglas, umrahmt voneingravirten Ornamentborten. Fenfterlaibungen, Fenfterbeklei-dungen und Wandfockel find aus fchwarzem Dauphine-Marmorhergeftellt. Der Boden ift parquetirt.
Die mit Seitenlicht erhellten Sculpturen-Galerien // und 13
find mit einfach bemalten, flachen Kappen zwifchen I-Eifen,
welche auf Blechträgern ruhen, überdeckt. Die Wände haben
einen hellen, braunrothen Ton; der Boden ift mit venetianifchem
Mofaik belegt.
Auf der Rückfeite ift ein hauptfächlich für periodifche Ausftellungen beftimmter Saal 10 angeordnet,
der je nach Bedarf mit Deckenlicht oder mit Seitenlicht erhellt werden kann. Zu diefem Saal führen
zwei Thüren von den an der Rückfront angebrachten beiden Seitengängen 9.
Bezüglich der Bibliothekräume fei auf Art. 46 (S. 69) und die Abbildung des Bibliothekfaales (7)in Fig. 79 (S. 70) verwiefen. Die im nordweftlichen Eckbau angeordnete Steintreppe führt zu den überden Sculpturen-Galerien fich erftreckenden Sälen, fo wie zu dem höher gelegenen Attika-Saal über der Ein-gangshalle. Ueber dem Lefezimmer und den anfchliefsenden Sälen find Referveräume für die Bücherei,
Place d'armes.
Mufeum und Bibliothek der Stadt
Grenoble.
Erdgefchofs 457 ). — ] /iooo n - Gr.
/. Haupteingangshalle.
2. Pförtner.
j. Bibliothekar.
4. Vorzimmer.
j. Lefefaal.
6. Bibliothek.
7. Bibliothekfaal.
8. Bibliothek der Dauphinee.g. Eingangsflur.
10. Ausftellungsfaal.//. Bildwerke.
12. Gemälde.
13. Bildwerke.