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Gebäude für Sammlungen und Ausstellungen
Entstehung
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Wefen undEintheilung,

B. M u f e e n.

Von Heinrich Wagner.

3. Kapitel.

Mufeen im Allgemeinen.

Eine Fülle von Kunftwerken, Koftbarkeiten und Merkwürdigkeiten aller Art, I2 3-ein unermefslicher Schatz von Naturgebilden, von der vorgefchichtlichen Zeit bisauf die Jetztzeit, find uns überliefert worden. Die Gebäude, in denen fie gefammelt,o-eordnet und aufbewahrt werden und die dazu beftimmt find, fie dem Verftändnifsaller Kreife der Mit- und Nachwelt zugänglich zu machen, heifsen Mufeen. Zu ihrerBereicherung trägt unfere Zeit ihren Antheil bei, indem fie auf allen Schaffens-CT ebieten ftets neue Schöpfungen hervorbringt, die der Erhaltung werth find. So hatfich denn längft die Nothwendigkeit der Abfcheidung der Sammlungen nach ihremInhalt und nach der Errichtung neuer Sammlungen für einzelne Zweige der Wiffen-fchaft, Kunft und Technik herausgeftellt. Dem gemäfs kann man heute unterfcheiden :

1) Mufeen für Kunft, Kunftwiffenfchaft und Alterthumskunde;

2) Mufeen für Kunfthandwerk und Gewerbe;

3) Mufeen für Naturkunde, Völkerkunde und verwandte Wiffenfchaften;

4) Mufeen für befondere Zwecke, für Gegenftände aus einzelnen Fachgebieten, und

5) Mufeen für mehrere verfchiedenartige Sammlungen.Die Mufeen gehören heutzutage gewiffermafsen zu den Culturmeffern eines

Volkes. Sie find unentbehrliche Anftalten im Staat und Gemeinwefen, fowohl zuZwecken der Belehrung und allgemeinen Bildung des Volkes, als zur Förderungernfiten Studiums des Gelehrten und Künftlers.

a) Gefchichtliche Entwickelung 1S9 ).

1) Claffifches Alterthum.

Mufeion ((xouaeiov) hiefs urfprünglich bei den Griechen ein jeder den Mufengeheiligter Raum. Die Alten übertrugen das Wort auf Anftalten, die wir heuteUniverfität oder Akademie nennen würden, die alfo mit unferen Mufeen nur dasGemeinfame hatten, dafs fie den Wiffenfchaften und Künden dienten.

Das bedeutendfte Mufeum des Altcrthums beftand i n Alexandri en lao ) , mitdeffen berühmter Bibliothek (fiehc Art. 35 , S. 42) es verbunden war. UnterPtolemaios IL Philadelphos gelangten beide Anftalten zur höchften Blüthe.

Das Mufeum von Alexandrien ftand mit den dortigen königliehen Paläften im Zufammenhang undwar eine Ileimftätte für Gelehrte, die in den gemeinfehaftlichen Hör- und Speifefälen, in den Wandel-bahnen Säulengängen und Excdrcn des weiten Gebäudes fich der Ergründung und Förderung aller Wiffen-fchaften und Kiinfte widmeten. Sie lebten darin auf öffentliche Koften in einer Art klöfterlichen Gemein-

124.Griechenland.

169) Unter Benutzung eines von Herrn Profeifor Oscar Sommer zu Frankfurt a. M. freundlichft zur Verfügung ge-

ftellten Manufcriptes.

WO) Siehe: PaRTHEY, G. Das Alexandrinifche Mufeum. Berlin 1838 ferner: Erscii & Gkubkr. Allgemeine Encyclopädie der Wiffenfchaften und Kiinfte. Leipzig 18.8 ff. Bd. 111. S. 48 u. 49 Anm.