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Beifpiel
VII.
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Im Erdgefchofs find die naturhiftorifchen Sammlungen, die Bibliothek und eine Dienervvohnunguntergebracht. Im I. Obergefchofs befinden fich im linken Eckbau die Antiken-Sammlung, im mittlerenLangbau die Ausflellung für plaflifche Gegenftände, das Herbarium, die Mafs- und Gewicht-Sammlung,fo wie die Curiofitäten-Sammlung, im rechten Eckbau ein Sitzungsfaal und ein Studirzimmer. Das ganzeII. Obergefchofs ift für die ziemlich reichhaltige Gemälde-Sammlung beftimmt. Die grofsen rechteckigenSäle und der Rundfaal haben Deckenbeleuchtung; die nach vorn liegenden Cabinete für altdeutfche Ge-mälde, fo wie für Aquarelle find mit Seitenlicht erhellt. Im Kuppelfaal, der fich allerdings zum Aufhängenvon Gemälden weniger eignet und urfprünglich auch für plaflifche Kunft werke beftimmt war, find dieCopien der Defregger'fchen, auf die Gefchichte Tirols bezughabenden Bilder aufgehängt. Im Erdgefchofsund I. Obergefchofs dient der Rundfaal als Ausftellungsraum.
Fig. 460.
Arch.: Tommaß.
II. Obergefchofs.Viooo n. Gr.
Landes-Mufeum zu Innsbruck 454 ).
Die Einförmigkeit der Fagade des ehemaligen Ferdinandeums, deffen Fenfteröffnungen im Erdgefchofsund I. Obergefchofs beibehalten find, ift beim Umbau durch eine in den Formen der Hoch-Renaiffancedurchgebildete Architektur erfetzt worden. Den Hauptfchmuck derfelben bildet ein auf fechs frei flehendenSäulen ruhender Portikus aus Trientiner und Sterzinger Marmor, der vor dem Mittelbau angelegt worden ift.
Die Mufeums-Bauanlage der Stadt Metz war der Gegenftand eines 1886 aus-gefchriebenen Wettbewerbs, bei welchem der in Fig. 461 u. 462 455 ) dargeftellte Ent-wurf Becker s mit dem erften Preis ausgezeichnet wurde.
Der Schwerpunkt der Arbeit lag in der Grundrifsanordnung des Gebäudes. Denn es handelte fichum die fchwierige Aufgabe, auf befchränktem, an einer fchmalen Strafse gelegenen Bauplatz unter Benutzungder vorhandenen Sammlungsgebäude eine neue, ziemlich umfangreiche Mufeumsanlage zu entwerfen, welchebeftimmt ift, die ftädtifchen Sammlungen verfchiedenfter Art aufzunehmen. Aufser der Akademie und dermit ihr verbundenen Bibliothek muffte für die Sammlungen der in der Nähe der alten Römerftadt ge-fundenen Alterthümer, für die Gemälde-Galerie, Stiche und Handzeichnungen, ferner für ein Kunftgewerbe-Mufeum und für mannigfaltige naturgefchichtliche Sammlungen paffende Unterkunft gefchaffen werden.
Vorhanden waren der in Fig. 462 als Bibliothek und Lefefaal bezeichnete Theil zur Linken und derfchon 1869 errichtete lange und fchmale rückwärtige Gebäudeflügel, rechts von der gartenartigen Flof-anlage, welche dem archäologifchen Mufeum zugewiefen find. Neu hinzugekommen find demnach haupt-fächlich der rechts gezeichnete Gebäudetheil, der einen Binnenhof umfchliefst. In der A\e und in derBreite des hinteren Flügels liegt die Eingangshalle, von der aus man unmittelbar die Haupttreppe betritt.Um diefe und um den Lichthof find im Erdgefchofs die Säle des Kunftgewerbe-Mufeums und der Samm-lung Migette gereiht. Der Raum zwifchen der Flurhalle und der Bibliothek wurde zur Anordnung derPförtnerwohnung, Nebentreppen und zu zwei weiteren Sälen für das archäologifche Mufeum benutzt.
Die Grundrifsanlage geftattet den unmittelbaren Zutritt von der Flurhalle im Erdgefchofs, bezw.vom Flur der Haupttreppe im Obergefchofs zu (ammtlichen Sammlungsfälen und ein ununterbrochenesDurchfeh reiten derfelben.
Im I. Obergefchofs (Fig. 461) find fämmtliche den Lichthol umgebenden Säle der Sammlung für Natur-gefchichte zugetheilt. Dem gleichen Zwecke dient auch der vordere Saal des links fich anfchliefsendenfchmalen Flügels, deffen mit Deckenlicht erhellte Säle im Uebrigen für das Kunftmufeum beftimmt find. Hieranreihen fich nach hinten der Bibliothek- und der Sitzungsfaal der Akademie, nach vorn der obere Theil derdurch die ganze Gebäudehöhe durchgeführten Bibliothek. Ueber dem vorgelegten rechten Flügel find ineinem II. Obergefchofs für die Sammlungen der Schal- und Weichthiere Räume angeordnet, die fämmtlichmittels Deckenlicht erhellt und durch eine eigene Treppe von den Sälen der naturgefchichtlichen Samnrlung des I. Obergefchoffes aus zugänglich find. Die Säle der Akademie, fo wie eine über derfelben imII. Obergefchofs angeordnete Wohnung find, aufser vom Mufeum aus, noch durch einen zweiten Eingang
* 5 ") Nach : Centralbl. d. Bauve:
S. 378.