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Gebäude für Sammlungen und Ausstellungen
Entstehung
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bis459 463 ) dargeftellte Gebäude ift nach dem Entwürfe Manckot's von diefem undHeine 188688 ausgeführt und 1889 feiner Beftimmung übergeben worden.

Das Mufeum hatte aufser den vorgenannten Sammlungen noch die während des Baues erworbene,fehr bedeutende Culemann 'lohe Sammlung mittelalterlicher und kunftgewerblicher Gegenstände aufzunehmen.Das am Friedrichswall auf der Mafch gelegene Gebäude ift j_-förmig geplant. Der nach Norden gerichtetehöhere Hauptbau und der füdliche von einer Terraffe umgebene niedrigere I unterbau beftehen aus einemnicht unterkellerten, ebenerdigen Untergefchofs, das auf Pfeilern und Erdbogen gegründet ift, und zweiObergefchoffen. Die Räume find ihrer Beftimmung gemäfs in zwei getrennten Gruppen, nämlich in folche,die dem allgemeinen Befuche des Publicums geöffnet find und in folche, die hauptfächlich Arbeits- undWirthfchaftszwecken zu dienen haben, alfo vom öffentlichen Verkehr abzufondern waren, im Gebäude ver-theilt. Die Ausstellungsräume wurden in den Hauptbau an der Nordfeite, wo fich auch der Haupt-eingang befindet, die Bibliothek, die Ateliers und der Vortragfaal in den Hauptbau an der Südfeite gelegt,und für die letzteren Räume ift aufserdem noch ein befonderer Eingang an der Weftfeite angeordnet worden.

Im Erdgefchofs des Hauptbaues befinden fich links die Eingangshalle, Caffe und Kleiderablage, dasftädtifche Archiv, eine Bildhauerwerkftätte (zum Nachbilden von Sammlungsgegenftänden) und ein Theil derHauswartswohnung. Unter der Haupttreppe und hinter der örtlichen Kleiderablage find Kohlenraum undDampfkeffel für die Heizung untergebracht. Der hintere Flügel enthält als Hauptraum den oben erwähntenVortrag- und Verfammlungsfaal, ein Vorzimmer, bezw. die Kleiderablage dazu, ferner zwei Maler-Arbeits-ftätten, eine Küche und Kammer des Hauswarts, fo wie die Aborte.

1 las 1. Obergefchofs (Fig. 458) umfafft im vorderen Gebäudetheil einen geräumigen Vqrfaal, der auch zumAufstellen von Sammlungsgegenftänden benutzt werden kann, ferner die Sammlung ägyptischer und römifcherAlterthiimer, von Münzen und gefchnittenen Steinen, aufserdem in der Südwestlichen Ecke ein Lefezimmerund die Bücherausgabe. Anftofsend an letztere liegt im fudlichen Flügel das zweigefchoffige Büchermagazin,über welchem ein Speicherraum zur Aufbewahrung älterer ausgefchiedener Druckfchriften angeordnet ift.

Im II. Oberrrefchofs (Fig. 459) wir' 1 ( ter Hauptraum durch den in der Mitte gelegenen grofsenDeckenlichtfaal, der für grüfsere Gemälde der R'eßiicr khen Sammlung beftimmt ift, eingenommen; daranreihen fich nach Norden die Seitenlichträume für kleinere Bilder, öftlich ein Saal mit ('abinet für dieKupferSlich-Sammlung, wefllich Saal und Cabinet für die CuUmanrtkhe Sammlung. Aufserdem find nochzwei Directorzimmer und eine geräumige Abortanlage, letztere in beiden Stockwerken, im hinteren Ge-bäudetheile eingerichtet. Fig. 457 Hellt den Durchfchnitt des Gebäudes nach der Hauptaxe dar.

Das Bauwerk ift vollftändig aus feuerficherem Material erbaut. Die Decken beftehen aus Stampf-beton zwifchen eifernen Trägern, unten glatt geputzt, oben mit Terrazzo-Mofaik belegt. Die Treppen findaus weifsem Sandftein ; das Dach des Hauptbaues ift in Eifen-Conftruction mit Glas und Schiefer hergeftellt,dasjenige des Hinterbaues mit Holzcement abgedeckt. Die Heizung fämmtlicher Räume gefchieht durch eineNiederdruck-Dampfheizung. Die Höhe des Erdgefchoffes beträgt 4,o m , die des 1. Obergefchoffes 5,0 mund die des II. Obergefchoffes 4,7 m; der grofse Geinäldefaal ift bis zum Deckenlicht 8,5 m hoch. Die Vorder-front ift 32,0 m breit und die gröfste Tiefe beträgt 45,0 m.

Die Architektur ift durchweg in echtem Material, die Gefimfe, Fenftereinfaffungen, Säulen, l'ilafleraus Häuflein, die Mauerflächen in Backftein hergeftellt und zeigt einen der Beftimmung des Bauwerkesangemeflenen Gharakter. Die Nordfront ift durch einen vorgelegten Säulenbau, deffen Giebelfeld eineFigurengruppe fchmückt, ausgezeichnet. Der Bibliothekbau ift einfach geftaltet.

Die Baukoften beliefen fich auf 337 500 Mark. Bei einem umbauten Rauminhalt von 15 812 cbm(die Höhe vom Gelände bis Oberkante Ilauptgefims gerechnet) kommen fomit auf 1 cbm umbauten Raumes21,30 Mark. Die Einrichtungskoften erforderten weitere 64000 Mark.

Zur Aufnahme der 1822 gegründeten Sammlungen zu Innsbruck ift dafelbft das 331.nach feinem ehemaligen Protector, Kaifer Ferdinand I., benannte »Ferdinandeum« Be ^ ;el184245 errichtet worden. Die nothwendige Erweiterung und der Umbau deffelbenzum »Landes-Mufeum« wurde nach den Plänen und unter der Leitung Tommaß &188586 ausgeführt.

Das Mufeum ift ein dreigefchoffiger, einfacher Langbau mit zweireihiger Anlage der Räume. Diebis zu 10,5 m tiefen, 5,o, bezw. 5,7 m hohen Säle der beiden unteren Stockwerke, welche vom alten Bauherrühren, werden mit Seitenlicht erhellt. Das II. Obergefchofs (Fig. 460 4!i4 ) ift neu aufgefetzt. DerEingang liegt in der Hauptaxe und führt durch die Flurhalle zum Treppenhaus, an das fich ein kreisrunderKuppelbau anfchliefst.

*M) Nach: Allg. Bauz. 1886, S.63 u. 111. 40.