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wohnliches Seitenlicht, diefes aber in befonders reichlichem Mafse gewählt wurde. Dem gemäfs zeigtder in Fig. 435 428 ) dargeftellte Grundriis des Naturhiftorifchen Hofmufeums zwar die doppelreihige An-lage der Räume; diefelbe weicht aber von der des Kunfthiftorifchen Hofmufeums (fiehe Fig. 365, S. 294)in fo fern ab, als die für die Schaufammlungen beftimmten 11,22 m tiefen Säle in fämmtlichen Gefchoffennicht an den Höfen, fondern nach aufsen liegen und durchweg mit Seitenlicht erhellt find, dagegendie fchmaleren Säle und Gemächer von 5,22 m Tiefe nach innen zu liegen und von den Höfen aus ihrFicht empfangen. Sie dienen theilweife auch zur Aufftellung von Sammlungen, zumeift aber als Bibliothek-und Arbeitszimmer. Der Mittelbau durchkreuzt das lange Rechteck der doppelreihigen Gebäudeflügel,enthält aber hinter dem Treppenhaus in jedem Gefchofs einen grofsen Saal, der die Aufsenfäle der Rück-lagen mit einander verbindet, fo dafs man die Schaufäle jedes Stockwerkes in ununterbrochener Reihedurchfchreiten oder aber nach Berichtigung der Hälfte derfelben aus dem erwähnten Verbindungsfaalwieder zur Treppe gelangen kann. Aufser den im Mittelbau angeordneten Haupttreppen find für deninneren Dienft des Haufes in den hinteren Hofecken Nebentreppen angelegt.
Das Naturhiftorifche Hofmufeum befleht aus 5 Abtheilungen. Diefe find: l) Die zoologifche, 2) die .botanifche, 3) die mineralogifch-petrographifche, 4) die geologifch-paläontologifche und 5) die anthropologifch-ethnographifche Abtheilung. Diefe Abtheilungen, deren jede von einem Vorfland geleitet wird, nehmenaufser dem Sockelgefchofs die drei weiteren Stockwerke des Gebäudes ein, deren jedes 19 der erwähntengrofsen Säle von rund 200 <l m , bezw. 260 q m enthält. Und zwar find im Sockelgefchofs die Wohnungenvon Beamten und Dienern, fodann die Vorraths- und Präparirräume der einzelnen Abtheilungen, die Aus-ftopferei, das chemifche Faboratorium, die Schneide- und Schleifapparate, ein photographifches Atelier etc.untergebracht, weiters im Frdgefchofs und 1. ()bergefchofs die fämmtlichen grofsen Säle, fo wie ein Theilder Nebenräume, ferner im II. Obergefchofs noch 5 grofse Säle für die dem Befuch des grofsen Publicumsgeöffneten Schaufammlungen verwendet. Die übrigen Räume dienen, wie bereits erwähnt, theils als Arbeits-und Bibliothekräume, theils zur Aufbewahrung der wiffenfchaftlichen Hauptfammlungen, theils als Referve-räume überhaupt.
Der Befchauer beginnt feinen Umgang im Frdgefchofs mit dem Saal /, rechts von der Flurhalle,hält die im Grundriis (Fig. 435) angegebene Reihenfolge ein und gelangt wieder in die Flurhalle, gegenüber dem Eingang, zurück. Die Säle /bis V enthalten die Sammlungen der mineralogifch-petrographifchen,die Säle VI bis X jene der geologifch-paläontologifchen Abtheilung; des Weiteren find in den Sälen ATbis XIII die prähiftorifchen und in XIV bis XIX, fo wie in den Nebenräumen XVIII ba und XIX ba dieethnographifchen Sammlungen untergebracht. Im I. Obergefchofs find fämmtliche grofse Säle, die in der-felben Reihenfolge wie im Erdgefchofs durchfchritten werden, fo wie zwei Nebenfäle der Aufftellung derzoologifchen Sammlungen gewidmet. Im II. Obergefchofs endlich nimmt die anthropologifche Sammlungden über X des Erdgefchoffes gelegenen Mittelfaal der Hinterfront, die botanifche Sammlung die anftofsendenvier Säle (über XI bis XIV im Erdgefchofs) ein.
Die Architektur, der bildnerifche und ornamentale Schmuck im Aeufseren, gleich wie die farben-prächtige Ausgeftaltung im Inneren find nicht minder fchön und trefflich, auch in auserlefenen, koftbarenBauftoffen durchgeführt, wie in dem in Art. 270 (S. 294) befchriebenen Kunfthiftorifchen Hofmufeum.Wiederum ift auf die Ausfchmückung der Flurhallen des Erdgefchoffes und I. Obergefchoffes, in nochhöherem Mafse auf die des Treppenhaufes ganz befondere Sorgfalt verwendet. In letzterem Räume bringtein riefiges Deckengemälde Canons »Der Kreislauf des Lebens« die Bedeutung des Haufes zu finnigemAusdruck. Die Lunetten des Halbgewölbes der Decke find mit Bildern deffelben Meifters, Idealgeftaltenmit Emblemen, welche die Zweige der Naturwiffenfchaften darfteilen, geziert, die Wände im unteren Theilemit Statuen der hervorragendflen Forfcher auf diefen Gebieten ausgeftattet.
Auch in den Sammlungsfälen fehlt es nicht an malerifchem Schmuck. Die an den Wänden dieferSäle angebrachten Gemälde flehen zumeift zu den aufgehellten Gegenftänden in Beziehung oder könnenzur weiteren Erläuterung derfelben dienen.
Zur Aufnahme der Sammlungen des 1844 gegründeten Mufeo civico di floria 314.naturale zu Mailand läfft die Stadt ein neues Gebäude nach dem Entwurf Ceruä's ß y^ ielerrichten, mit deffen Ausführung 1889 begonnen wurde (Fig. 436 429 ).
Mit diefem Gebäude entfteht überhaupt der erfte Mufeums-Neubau in Italien, deffen reiche Schätzean Kunft und Wiffenfchaft in alten Paläften und Klöftern aufbewahrt und zur Schau gebracht zu werdenpflegen.
*29J Nach: La confiructiou Moderne, Jahrg. 5, S. 183.
Handbuch der Architektur. IV. 6, d. 24