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Die Grundform des Gebäudes bildet ein längliches Rechteck von 85,s X 60,2 m . Die äufserenGebäudefliigel find durch einen in der Hauptaxe angeordneten Querbau verbunden. Sie fchliefsen zufammenzwei Lichthöfe von 34,1 X 23,4 m ein und beftehen aus Kellergefchofs, Erdgefchofs und Obergefchofs.Ein weiteres, II. Obergefchofs enthält der ftark vorfpringende Mittelbau. Er umfafft die Eingangshalle, dasHaupttreppenhaus, die Bibliothek und den Sitzungsfaal, welche beide im I. Obergefchofs liegen, fo wie dieim II. Obergefchofs vertheilten Wohnungen des Directors und des Hauswarts. Der mittlere Hofflügel beftehtaus 5 Gefchoffen von je ungefähr 4,o m Höhe und zeigt die Anlage eines von zwei Seiten mit Räumenbefetzten Mittelflurs. Hier find Dienft- und Verwaltungsräume, Schulzimmer, Nebentreppen, Aborte u. dergl.untergebracht.
Die äufseren Gebäudeflügel haben in beiden Stockwerken diefelbe Grundrifsanordnung. Sie dienenzur Aufnahme der Sammlungen, zu welchem Zwecke auch die beiden Lichthöfe verwendet und mit Glasüberdeckt werden können. Die H,o m breiten Sammlungsfäle werden von aufsen und vom Hof durch hohesSeitenlicht mittels Fenftern erhellt, die in der Höhe von 3,o m vom Fufsboden beginnen und die Aufftellungvon Glasfehränken an diefen Wänden ermöglichen. Auf diefe Weife ift eine vorzügliche Erhellung derSammlungsgegenftände bewirkt.
Fig. 436.
Hauptgefchofs.
Arch.:Ceruti*
Mufeo civico di ßoria naturale zu Mailand 429 ).
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Beifpiel
VIII.
In den Facaden, die durchweg in Backftein-Rohbau ausgeführt find, ift für fämmtliche Fenfler- undThüröffnungen das Motiv des Rundbogens in Anwendung gebracht. In der künftlerifchen Ausfchmückungdes Aeufseren ift durch fchichtenweife abwechfelnde, verfchiedene Töne der Steine eine mehrfarbige Wir-kung erzielt. Diefelbe wird durch an paffender Stelle angebrachte Mofaiken und Terracotten erhöht,befonders im Mittelbau, an deffen Fenfterpfeilern fich aufserdem kleine Marmorfäulen vom farbigen Grundtonwirkfam abheben.
Das Königliche Mufeum für Völkerkunde zu Berlin ift bis jetzt das einzigeBeifpiel feiner Art, für welches ein eigener, ausfchliefslich ethnologifchen Zweckengewidmeter Neubau hergeftellt wurde. Derfelbe ift auf dem an der Ecke derKöniggrätzer und der verlängerten Zimmerftrafse gelegenen Grundftück nach denEntwürfen von Ende & B'öckmann 1880— 86 errichtet worden. Die Ausführungerfolgte unter der Leitung Endes für den künftlerifchen Theil und Klutmanns fürden technifchen und gefchäftlichen Theil (Fig. 437 u. 438 A30 ).
* 30 ) Facf.-Repr. nach: Zeitfchr. f. Bauw. 1887, Bl. n, 12.