346
3-02.
Deckenlicht-fäle.
Um diefe Schwierigkeiten zu vermeiden, fchlägt v. Koch 10 ^) die folgende An-ordnung vor. Grofse Thiere und deren Skelette, fo wie ganze Gruppen von Thierenwerden in Sälen aufgestellt, welche vom Befchauer räumlich vollftändig getrenntfind und nur durch feft eingefetzte Scheiben den Einblick geftatten. Die Beleuchtungder Gegenftände gefchieht durch fchief einfallendes Deckenlicht und durch hohesSeitenlicht, welches nach Bedürfnifs durch Vorhänge vermindert werden kann. DerBefchauerraum bleibt ohne unmittelbare Beleuchtung. Eine folche Einrichtung ftelltFig. 406 im Ouerfchnitt dar. In dem 5 bis 6 m tiefen und 6 m hohen Ausftellungs-raum A werden die gröfsten Einzelthiere bequem Platz finden. Unmittelbares Sonnen-licht kann durch Vorhänge abgehalten werden und eine Befchädigung durch dasPublicum, das fich im Befchauerraum befindet, ift ausgefchloffen. Von letzterem aus(welchen v. Koch mit 3 X 3 m wohl zu knapp bemeffen hat) wird man die ausgeftelltenGegenftände in gutem Licht und unbehindert durch Sproffen und Rahmwerk fehen.
Nach dem gleichen Grundgedanken ift die Anordnung in Fig. 407 402 ) entworfen.
Die Vortheile einer folchen Aufftellungsweife bezüglich der Beleuchtung unddes Schutzes der Gegenftände find nicht zu verkennen ; üe hat aber den Nachtheil,dafs man den Gegenftand nur von einer Seite fehen kann, falls er nicht in mehrerenExemplaren ausgeftellt ift. Auch wird die Geftaltung des Befchauerraumes für diedarin verkehrende Menge immer von beengender Wirkung fein, auch wenn er, wiein Fig. 407, höher gemacht wird, als v. Koch vorfchlägt.
Die Erhellung der Sammlungen mit Deckenlicht bedingt ein eigenartiges Bau-fyftem, das für die Aufftellung der Schränke fehr ausgiebig und für die Raumbildungfehr wirkfam fich erwiefen hat.
Es ift fowohl für die Hauptfamm-lung, als für die Schaufammlunganwendbar. Die Säle find 12 bis15 m hoch und auf allen Seitenvon 2 oder 3 Wandgalerien vonungefähr 3 m Höhe umgeben. DieGalerien werden, je nach ihrerBreite, von Confolen oder vonSäulen unterftützt. Die gröfserenGegenftände find auf dem Saal-boden in Glasfehränken, Schau-tifchen oder ganz frei ftehend ge-ordnet; die kleineren befinden fichauf den Galerien in maffiven, mitGlasthüren verfchloffenen Wand-nifchen oder Wandfehränken undin Schaupulten, die auf den Frei-ftützen des Galerie-Gebäudes ruhen.Die Galerien find mitunter durchbrückenartige Quergänge verbun-den , wie z. B. im Hauptfaal desgeologifchen und landwirthfchaft-
Fig. 408.
Fig. 409.
p*j!f
~
"]
~-^
/TT
Vom geologifchen und landwirthfehaftlichen Mufeum7Ai Rom 404 ).
40a ) A. a. O.
4(u ) Nach: Centralbl. d. Bauverw. 1884, S. 269.