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Gebäude für Sammlungen und Ausstellungen
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3°o.Aufftcllung

grofse rSammlungs-gegenftände.

Fig. 406.

abtheilungen gebildet, die von der vierten offenen Seite durch grofse Fenfter erhellt werden. Da letzteredem Befchauer beim Eintritt in jede Abtheilung im Rücken liegen, fo wird er die einfallenden Licht-ftrahlen zwar nicht unmittelbar (wie bei der erften Schrankaufflellung), wohl aber mittelbar durch dieSpiegelung der Glasflächen der Mittelfchränke empfinden. Die Verkehrsgänge für das Publicum find 2 mbreit und laufen an den Fenfterwänden entlang. Hiernach entfallen 12 -f- 4 = 16 m Doppelfchränke auf16 X 6 ^ m Bodenfläche oder auf 10 m Doppelfchränke 60 Q m Bodenfläche. Auch bei diefer Form derSchrankeintheilung laffen fich die Zwifchenräume zur Aufhellung von Schautifchen und von einzelnenGegenftänden ausnutzen.

Eine dritte Anordnung der Schränke id für das Leydencr Mufeum von Cuypersund ähnlich im Mufeo civico di floria naturale zu Mailand von Ceruti gewählt.(Siehe Art. 314.)

Die Säle find 10 m breit und an beiden Dangfeiten mit 3 m hoch liegenden Fenflern erleuchtet. Anden Wänden darunter flehen einfache Schränke und in der Mitte des Saales Doppelfchränke, über welchehinweg das Licht der gegenüber liegenden Fenfter einfällt. In Folge ihrer Höhenlage wird der Be-fchauer zwar nicht durch Spiegelung der Glaswände, wohl aber durch unmittelbare Lichtflrahlung be-läftigt. Die Wegbreite zwifchen den Schränken beträgt gm, Bei 5,5 Axenweite der Fenfter kommen2 X 5,5 m einfache und 5,5 « doppelte Glasfehränke auf 10 X 5,5 qm Fufsbodenfläche; hiermit gleich-bedeutend ift der Bedarf von 50 qm Fufsbodenfläche für 10 ,n doppelter Glasfehränke.

Diefe Art der Schrankftellung fchafftfomit keine befonderen, kojenartigen Ab-theilungen der Säle, in welchen zufammen-gehörige Theile der Sammlung gruppirtwerden können, fondern bezweckt die Ueber-fichtlichkeit und Möglichkeit einer Ver-gleichung aller in einem und demfelbenlangen Saal zufammengeftellter Gegenftände.

Vergleicht man nun den Raumbedarfdiefer verfchiedenen Ausftellungsweifen, fokönnen in der Hauptfammlung nach S. 343auf 40 <l m Bodenfläche in 2 Gefchoffen vonzufammen 6 m Höhe 2 X 10 = 20 mSchranklängen magazinirt werden. In derSchaufammlung dagegen, deren Säle die volle Gefchofshöhe von etwa 6 m habenmuffen, laffen fich günftigftenfalls nach dem Leydener Syftem auf 40 ( i m Boden-flächc nur 8 m Schranklängen auffiellen. Beim Fifchgräten- und Couliffenfyflcmergeben fich noch geringere Mengen.

Eine eigenthümliche Anordnung der Schränke für den geologifchen und paläonto-logifchen Theil des Mufee Royal d hißoire naturelle zu Brüffel befchreibt Tüde U)i) ).

D ie Schränke find auf ftaffelförmig anzeigendem Fufsboden in 9,5 m tiefen Sälen aufgeteilt unddurch hohe Fenfter derart erhellt, dafs über die vordere Schrankreihe hinweg jede hintere ihr Lichtempfängt. Die Tafeln, in welchen die Mineralien ausgeftellt werden, liegen fchräg dem Licht zugewendetund find vortrefflich beleuchtet.

Ganz grofse Gegenftände der Sammlungen, insbefondere folche der zoologifchenAbtheilung, bieten einer zweckmäfsigen Schauftellung die meiden Schwierigkeiten.Die freie Aufftellung derfelben im Befchauerraum, die in fad allen Mufeen z. Z.angewendet id, wird von einzelnen Fachgelehrten als undatthaft bezeichnet 401 ). Siemochte und mag auch heute noch für die Gebilde der älteren Ausdopferei genügen;die Kundwerke der heutigen Dermopladik dagegen bedürfen eines forgfältigen

± ,)ü ) In: Deutfehes Bauhandbuch. Band II, Theil a. Berlin 1884. S. 540.

4Ü1 ) Nach: Koch, G. v. Ueber naturgefchichtliche Sammlungen. Darmftadt 1892. S. 5.

Hochlicht-Erhellung für naturwilTenfchaftliche

Sammlungen 401 ).1/250 n. Gr.