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Gebäude für Sammlungen und Ausstellungen
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zu gleicher Zeit bewegen, fo braucht man zwifchen den Schränken keine breitenGänge frei zu laffen, fondern kann die Säle viel dichter, als die der Schaufammlungmit Schränken befetzen. Auch hohe Säle mit grofsen Luftmaffen find überflüffig.Man fetzt niedrige Schränkchen, welche nicht höher find als die Hand und ohnedie Hilfe von Trittftangen zu erreichen find, auf durchbrochenen eifernen Zwifchen-böden, wie in neueren grofsen Büchermagazinen, über einander 398 ). Ein grofser Theilder Sammlung wird auch nicht in Glasfehränken, fondern in Holzfehränken, fo wiein Schiebladen aufbewahrt und bleibt darin von den fchädlichen Einflüffen desStaubes und des Lichtes verfchont. In folcher Weife können Thiere in Form von.Bälgen eben fo leicht untergebracht, als unterfucht und zweifellos viel leichter er-halten werden, als ausgeftopfte Gegenftände. Hie Raumerfparnifs bei folcher Auf-bewahrung ift natürlich aufserordentlich grofs.

Bei magazinartiger Einrichtung der Hauptfammlung werden die Räume derHöhe nach durch Zwifchenböden in eine Anzahl von Gefchoffen, die nicht über 3,o '"hoch und mit 2,l> m bis 2,5 m hohen Schränken befetzt find, gctheilt. Sammlungen

Werden z. I!. 12'" breite Säle, die auf beiden Langfeiten mittels hoher breiter Fenfter in 6,5 mAxenweite erhellt find, angenommen, fo laffen lieh darin zu den Fenfterfeiten in fenkrechtcr Richtungzwei Reihen 4,s langer und durchfchnittlicli 1,5 '" tiefer Doppelfchränke in Entfernungen von 3,2 "> vonMitte zu Mitte aufftellen. Für die Hauptgaffe in der Längenaxe des Saales verbleibt eine Breite von 2,4 "'.Bei diefer Anordnung kommen 4 X 4,8 = 19,2 m Doppelfchränke auf 12 X 6,4 = 76,8 qm Bodenfläche,und der Raumbedarf für 10'" Schranklänge ermittelt lieh zu 40 1 Bodenfläche.

In den Schaufammlungen foll man mit einem Blick den ganzen Inhalt einesSaales überfchauen können. Zu diefem Zweck empfiehlt Möh'us S9s ), die Räumenicht mit allfeitig verglasten, frei flehenden Schränken zu befetzen, fondern dieSchränke in grofsen, gegen die Fenfter offenen Abtheilungen aufzufitellen, in denender Befchauer, durch die Hintergrundwände in den Schränken abgefondert, nichtsAnderes fehen kann, als die in einer Abtheilung aufgeftellten Gegenftände. DiefeHintergrundwände find erforderlich, damit lieh hellere und dunklere Gegenftändeder verfchiedenften Farben in fcharfen Umriffen davon abheben. Als befte Hinter-grundfarbe hat lieh ein mattes Graugelb erwiefen. Die Schränke ftehen in weitenZwifchenräumen, damit die Menge der Befucher (ich frei bewegen und die Samm-lungsgegenftände bequem befichtigen kann.

Die oben befchriebene Form der Schrankaufftellung ift am häufigften, u. a. imBritifh Mufeum of Natural Hiflory zu London, angewandt.

Die Säle haben dort L5 ln Breite; die l'"enfleraxenweite beträgt 6,1 m , und dies ift zugleich dieAxenweite der couliffenartig an jedem Fenfterpfeiler geftellten Doppelfchränke von 4,5 "> Länge. Derinmitten des Saales für den Verkehr des Publicums frei gehaltene Gang mifft 4,50 ">. Somit erfordern2 X 4,5 = 9 "> Doppelfchränke 15 X 6,< = 96 9 m Bodenfläche oder 10 m Doppelfchränke etwa 100 v» Boden-fläche. Doch können im Mittelgang und im freien Kaum der beiderfeitigen Abtheilungen gröfsere Gegen-ftände ausgellellt: werden.

Eine zweite Anordnung der Schränke ift im Mufeum für Naturkunde zu Berlinvon Tiede getroffen und nach dem fog. Fifchgrätenfyftem gebildet.

Von einem Mittelfehrank in der Längsaxe des 16 m breiten Saales, in welchen die Stützen derDecke eingerannt find, zweigen höh rippenartig, den Mitten der Fenfterpfeiler entfprechend, in Ent-fernungen von <>"> zu beiden Seiten Flügelfchränke ab, und es werden hierdurch dreifeitige Schrank-

i' 1 ») Siehe Kap. 2. Nach diefem Grundgedanken hat Tiede fchon 1S73 zum Mufeum für Naturkunde zu Berlin(liehe Art. 310) einen Entwurf angefertigt, der aber nicht zur Ausführung gelangte, weil damals diu heim Neuhau betheiligtenGelehrten vom Syfte.n der Abfondemng von Schaufammlung und Hauptfammlung nichts hören wollten. Näheres über jenenurfpninglichen Entwurf ift zu finden in: Deutfches liauhandbuch. Hand II, Theil a. Berlin ,884. S. 542.

309) A. a. O., S. 355.