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Gebäude für Sammlungen und Ausstellungen
Entstehung
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Ausftellungs-fyftcm.

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pologifch-ethnographifche Abtheilung enthalten. Eine folche Abtheilung ficht allerdingszu den naturgefchichtlichen Mufeen in Beziehung'; aber die ethnologifchen Sammlungenhaben eine felbftändige Bedeutung, und eben fo rafch, wie fic an Werth und Um-fang gewachfen find, hat fich ihnen in immer fteigendem Mafse die Gunft desVolkes zugewendet. In Folge deffen find in neuerer Zeit mehrfach befondere Mufeenfür Völkerkunde gefchaffen worden.

Die ethnologifchen Sammlungen bilden das jüngfte Glied in der Kette unfererwiffenfebaftlichen Sammlungen. Sie haben den Zweck, das Leben und Treiben, dieGewohnheiten und bis zu einem gewiffen Grade auch die Gcfchichte derjenigenVölkerfchaften zur Darftcllung zu bringen, über welche, im Gegenfatze zu den be-kannten Culturvölkern des Alterthums, zuverläffige Urkunden fehlen. Diefer Zweckwird durch die Vorführung der von jenen Völkerfchaften felbft angefertigten Waffen,Werkzeuge und Geräthe, ihrer Kleidung, Schmuckfachen und Trophäen erreicht,ferner durch Modelle und Abbildungen ihrer Behaufungen, durch Gegenftände, diedem religiöfen Cultus dienten u. dergl., gefördert.

Den ethnographifchen Sammlungen find naturgcmäfs die anthropologifchen unddie prähiftorifchen Sammlungen zugefellt. Während die eigentlichen ethnographifchenSammlungen die Funde aus fremden Erdtheilen umfaffen, find die vorgefchichtlichenSammlungen zumeift auf europäifches Vorkommen befchränkt und aus Gegenftändengebildet, die in Gräbern, in Pfahlbauten und anderen alten Wohnungen der Vorzeitaufgefunden wurden. Die Frzcugniffe primitiver Cultur find nach den mit ihnenzufammen auftretenden Reffen von Thicren und Pflanzen und nach der Art des Be-fundes in dem Alter nach verfchiedenen Gruppen abgefondert, deren jüngfte bisin die gefchichtliche Zeit felbft hineinreichen.

Aus diefen .Sammlungen befteht der Inhalt des Mufeums für Völkerkunde. Eskann daher mit Recht gefagt werden, dafs daffelbe »die Lücke fchliefst zwifchenden der Kunft und Kunftgefchichte gewidmeten Sammlungen und den zahlreichenMufeen der naturwiffenfehaftlichen und medicinifchen Disciplinen« 936 ).

Auch in den Mufeen für Völkerkunde find, in ähnlicher Weife wie in denMufeen für Naturkunde, grofse, helle Räume zur Aufnahme der Sammlungen, eineReihe von Arbeitsräumen für die wiffenfchaftlichen Studien, eine Bibliothek, einVortragsfaal, ein Sitzungssaal, kurz die verfchiedenen, in Art. 295 (S. 339) auf-gezählten Räume erforderlich.

b) Gefammtanlage und befondere Einrichtungen.

Gefammtanlage und Raumbedarf des Mufeums für Naturkunde find von demfür daffelbe gewählten Syftem der Ausftellung und Aufbewahrung der Sammlungs-gegenftände abhängig.

Beim älteren Syftem, welches darauf beruht, dafs alle einzelnen Stücke einerSammlung auszustellen feien, ift eine aufserordentlich grofse Bodenfläche von Aus-ftellungsfälen erforderlich. Die Ausdehnung derfelben verringert fich beim Syftemder Abfonderung einer Schaufammlung von der Studienfammlung erheblich.

Die Beftimmung der Studien- oder 1 Iauptfammlung ermöglicht die fparfamfte undvollkommenste Ausnutzung ihrer Räume 397 ). Weil fich in diefen niemals viele Pcrfonen

*' Aus der z,lr Eröffnung des Mufeums für Völkerkunde in lierlin gehaltenen Rede des Minifteis v. GofiUr nach :Deutfche Bau«. I 88 7 , s. 409.

:: '") Vergl.: Möbius, a, a. O., S. 35 8.