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Gebäude für Sammlungen und Ausstellungen
Entstehung
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Namentlich bei kleinen, noch nicht zur Entwickelung gekommenen Anftalten darfdies nicht verfäumt werden.

Die Grundrifsanlage grofser Mufeen für Kunfthandwerk und Gewerbe kenn-zeichnet fich meift durch das Vorhandenfein eines oder mehrerer glasüberdeckterHöfe, die von Sammlungsräumen umgeben find, auch felbft als folche dienen undden inneren Kern des Haufes bilden. Sie erfcheinen vermöge ihrer Gröfse undStattlichkeit als Haupträume deffelben. Vor- und Eingangshallen, fo wie Haupt-treppe flehen in möglichft unmittelbarer und fchöner Verbindung damit. Ihre An-ordnung ift überhaupt von beftimmendem Einfluffe auf die Grundrifsbildung undGeftaltung des Mufeums, von deffen Anlage und Inhalt der Befchauer den rafcheftenUeberblick innerhalb diefer von Hallen umgebenen Lichthöfe erhält. Sie geben derganzen inneren Erfcheinung des Sammlungsgebäudes den Charakter der Grofs-räumigkeit, der fich, wie die in Art. 286 bis 289 dargeftellten vier Beifpiele zeigen,in Grundriffen und Durchfchnitten ausprägt.

Die den Lichthof umgebenden Sammlungsfäle flehen zwar mit diefem, fo wieunter einander in Verbindung, bilden aber für fich befondere, in fich gefchloffeneAbtheilungen, die für die Ausftellung der einzelnen Gruppen von Gegenftänden ge-eignet erfcheinen.

Wefentlich anderer Art, als diefe grofsen Anlagen, find die kleineren Kunft-gewerbe-Mufeen. Hier ift kein Raum und kein Bedarf für ftattliche Lichthöfe 3 " 8 ).Die Natur der Aufgabe bedingt eine gewiffe Einfchränkung und giebt zu eigen-artiger Grundrifsbildung und Ausgeftaltung des Haufes wenig Anlafs. Anlagen, dieauch bei vielen anderen Gebäudearten vorzukommen pflegen, gefchloffene Grund-formen mit zwei- oder dreireihiger Anordnung der Räume, die zuweilen durch einenmittleren Elurgang getheilt find, erweifen fich als zweckmäfsig. So erfcheinen diein Art. 290 bis 292 vorgeführten drei Beifpiele. Der Vergleich mit den neuerengrofsen Kunftgewerbe-Mufeen in Art. 286 bis 289 macht den Unterfchied recht

augenfeheinlich.

Zur Auso-cftaltung des Bauwerkes im Aeufseren und Inneren finden die Erzeug- =s 2 .niffe der Kunftgewcrbe paffende Verwendung. Terracotten, Majoliken, Mofaiken, A " sge J^ ltun sGlasmalereien, Kunftfchmiedearbeiten u. A. m. erfcheinen befonders geeignet. Sie Ausiuttung.haben z. B. zum Schmuck des Kunftgewerbe-Mufeums zu Berlin, des Mufeums fürKunft und Induftrie zu Wien, des South-Kenfington-Mufeums zu London wefentlich

beigetragen.

Im Inneren find Schmuck- und Bildwerke hauptfächlich in den Flur- undWandelhallen, Treppenhäufcrn und Prunkhöfen angebracht. Die fonftigen Mufeums-räume werden einfach behandelt, damit die darin ausgeftellten Sammlungsgegenftändeauf paffendem Grundton zur Wirkung kommen. Nur die Decken und die oberenTheile der Wandflächen können etwas reicher ausgebildet werden. Und auch dieferSchmuck ift nicht immer am Platz; denn einzelne Räume benutzt man mitunter zurAusftellung von Arbeiten aus den verfchiedenen Zweigen des Kunftgewcrbes, und dieAuswahl folcher Werke wird von dem Gefichtspunkte aus getroffen, dafs fie mitihrer ganzen Umgebung ein ftimmungsvolles Ganze bilden. Auch Decken, Thüren

WS) Die richtige Erkenntnifs des ausfchlaggebenden EinfluiTes von Lichthöfen auf die Gefammtanlage folcher Mufeenift in weitere Kreifc gedrungen. Dies hat fich fowohl beim Preisausfehreiben für Entwürfe zum Mufeum zu Flensburg, wie beidem für Entwürfe zu einem Märkifchen Provinzial-Mufeuin zu Berlin (beide im Jahre 1892) kundgegeben. Für letzteres ift dieAnordnung eines Lichthofes ausdrücklich vorgefchrieben; für erlleres war fie ausgefchloflen.