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Gebäude für Sammlungen und Ausstellungen
Entstehung
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b) Gefammtanlage und befondere Einrichtungen.

=79 Bei Feststellung des Raumbedarfs der in Rede fliehenden Mufeumsanlagen kommt

bemetog. es hauptfächlich auf die Gröfse der Sammlungen, welche im Gebäude unter-zubringen find, an. Sie find, je nach dem Rang und den Mitteln der Anftalt, fowie je nach der Bedeutung der einzelnen Zweige der Kunft und Technik für denbetreffenden Ort, mehr oder weniger reichhaltig. In kleinen Mufecn genügt es, dieHauptzweige der Kunfttechnik durch eine Anzahl typifcher Exemplare, welche dieeigenartige Behandlung des Stoffes veranfehaulichen, zu kennzeichnen. Für grofseMufeen aber, welche fich in Städten befinden, die politische oder wirthfehaftlicheMittelpunkte bilden, gelten naturgemäfs ganz andere Bedingungen, als für kleinereProvinzial-Mufeen u. dergl. Sie dürfen fich nicht auf einzelne Industriezweige bc-fchränken, muffen thunlichft das ganze Gebiet umfaffen, auch für die vveiteften KreifeAnziehungskraft befitzen, zugleich Sammelbecken fein, aus welchen den entlegenerenTheilcn zufliefst, was für diefe dienlich und anregend ift 367 ).

Allgemeine Regeln für den Bedarf an Sammlungsräumen laffen fich daher nichtaufftellen. Auch die Bemeffung derfelben nach der Zahl der Stücke ift wegen deraufserordentlichen Mannigfaltigkeit der einzelnen Gegenstände und der Verschieden-heit ihrer Gröfse kaum mit einer Durchfchnittszißer anzugeben. Weitaus der gröfsteTheil der Sammlungen von Kunftgewerbc-Mufeen befteht aus Stücken, von denenmitunter mehrere Hundert, zuweilen aber noch nicht ein Dutzend in einem Glas-fchrank oder Schautifch ausgelegt werden können. Auch die in den Räumen freiStehenden oder an den Wänden derfelben angebrachten Gegenstände beanfpruchen,je nach ihrer Natur, mehr oder weniger Platz. Die folgenden Zahlen können dahernur einen ganz ungefähren Anhaltspunkt geben.

Die Sammlung kunflinduftrieller Gegenftände des K. K. llofmufeums zu Wien enthält in 9 Sälenvon zufammen 1100 l m Fufsbodenfläche 48 Vitrinen mit im Ganzen 4421 Nummern kleinerer Gegenftände,fo wie 321 grofsenthcils frei flehende, zum kleineren Theile an den Wänden angebrachte Sammlungs-flücke. Auf eine Vitrine kommen fomit durehfehnittlich 92 Nummern, und auf 100<l m Fufsbodenflächeentfallen 387 in Vitrinen ausgelegte Gegenftände, fo wie 28 meid frei flehende Stücke.

Selbstverständlich mufs die RaumbemefSung der Vermehrung der Sammlungenentsprechende Rechnung tragen.,, 28 °' In den unteren Gefchoffen, Sockelgefchofs und ErdgefchoSs, kommen zvveck-

verthdiung. mäfsiger Weife die Werkstätten, Mafchinen- und Vorrathsräume, So wie einige Ge-fchäftsräume und Dienerwohnungen zu liegen; in den oberen Gefchoffen werdendie Sammlungs- und Ausftellungsfäle derart vertheilt, dafs Deckenlichträume, in foweit Solche überhaupt vorkommen, im Inneren des Hanfes, Scitenlichträume an denAufsenfeiten defSelben angeordnet find. Diejenigen Räume, die das hellftc Lichtbedürfen, werden im oberften Gefchofs untergebracht.

Die Eintheilung der Säle und Zimmer ift in Solcher Weife zu treffen, dafs dieVerfchiebbarkeit der Sammlungen, deren Entwickelung insbesondere in groSsenMufecn im kaufe der Zeit manche planmäfsigc Veränderung der Ausstellung bedingt,möglich ift.

Beim Entwerfen des Mufeumsgebäudes Soll die Erweiterungsfähigkeit defSelben,idung. wenn die Beschränkung des Bauplatzes eine Solche nicht ausschliefst, gewahrt werden.

281.

Grundrifs

1883), S. 33

^ .ehe: Bücher, a. a. O. - ferner deflen Auffatz: Die kleine, Mufeen. Blätter für Kunftgewerbe, Bd. XII