264
^S- 334-
beiden Arten gemachten Verfuche follen bezüglich gleichmäfsiger Lichtdurchläffig-keit zum Vortheil des gerippten Rohglafes ausgefallen fein 308 ).
Die Dachlichter werden zuweilen aus einer Reihe paralleler Satteldächer vongeringer Spannweite und fteiler Neigung der Seitenflächen hergeftellt, wie u. A.über den Deckenlichtfälen der National-Galerie zu Berlin und dem Gemäldefaal zuEmden 309 ).
Fig. 337 (S. 267), welche eine befondere, in Art. 236 u. 238 zu befprechende Einrichtung des Gemälde-faales zu Emden darflellt, giebt einen genügenden Begriff von der Anordnung feines Glasdaches. Es be-fleht aus fünf Winkelfatteldächern, die fenkrecht zurLänge des Saales gerichtet und an ihren Fufspunkten,fowohl mit den C-Eifen der zwei äufseren Dachfeiten,als mit den gufseifernen, zwifchen je zwei Dach-feiten befindlichen Rinnen vermittels Blatthaken be-fefligt find. Unter den Steg der Sparreneifen find lofeaufliegende Zinkfproffen gefchoben, welche die Unter-lage der Rohglastafeln bilden. Letztere reichen ineinem Stück vom Firfl bis zu der 6 cm über dieRinne vorfpringenden Traufkante und liegen ebenfallslofe auf. Sie werden unten an der Traufkante durchzwei kupferne Blatthaken gegen Hinunterfchiebenund durch eine an die Zinkfproffe an drei Stellenangelöthete Zinkkappe gegen Hochfliegen gefiebert.Eine Verkittung der Verglafung hat nicht flattgefun-den. Etwa eingetriebenes Waffer gelangt in den durchdie Form der Zinkfproffe gebildeten Rinnen zum Ab-flufs. Am Firfl ifl eine Ueberdeckung mittels einerZinkkappe befchafft, an der gleichfalls beiderfeitsRinnen zur Abführung etwaigen Schlagwaffers an-gefetzt find.
Meift folgen die Dachfenfter der Neigung des ganzen Daches und die Ver-glafung bildet nur eine oder zwei Flächen. Bei diefer Anordnung wird an derUnterfeite der Rohglastafeln ein Syftem völlig verbundener Rinnen angelegt, ummittels diefer Regenwaffer oder Schnee, die etwa durch die Fugen eindringen follten,fortzufchafTen, fo wie auch Schweifs waffer, falls fich folchestrotz der getroffenen Lüftungsvorkehrungen unter der Dachver-glafung gebildet haben follte, abzuführen.
In folcher Weife wurde die Dachverglafung über den Deckenlichtfälen desAlten Mufeums zu Berlin hergeftellt 310 ). Fig. 334 zeigt den Durchfchnitt desDachfenflers und die Aufficht auf ein Sparrenzwifchenfeld. Die unter den Glas-tafeln liegenden Winkeleifen, fo wie die an drei Seiten umlaufenden Rinnen findim Grundrifs punktirt. Anflatt diefer mit Zinkumkleidungen verfehenen Längs-und Querfproffen empfiehlt Tiede Z11 ) eine verbefferte, englifche Conftruction, wo-bei die Sproffen aus Zink beflehen und zugleich als Rinnen unter dem daraufruhenden Theile der Glastafeln ausgebildet find. Eine derartige Conftructionflellt Fig. 335 312 ) dar. Der Anfchlufs der Glastafeln an die äufseren Dachfenfterifl durch Deckkappen aus Kupfer gefichert. Anflatt der Querrinnen für Ableitungdes Schweifswaffers wird zwifchen je zwei Glasfeheiben ein fchmaler Glasftreifen
Deckenlicht-Verglafung 31 °).1/50 n. Gr.
Gr.
308) Nach ViJJTer (fiehe: Haarmann 's Zeitfchr. f. Bauhdw. 1892, S. 97) zeigte das durch glattes Rohglas gedrungenelcht den Unebenheiten der Glasfläche entfprechende dunkle Flecken, die auf weifsem Untergrund genau zu erkennen waren.Das durch geripptes Glas gedrungene Licht hatte ganz gleichmäfsige Stärke.300 ) Nach der eben angeführten Quelle, S. 98.81 °) Nach: Zeitfchr. f. Bauw. 1871, S. 192; 1886, S. 176.
<j») In: Deutfehes Bauhandbuch. Bd. II, Theü 2. Berlin 1884. S. 556 u. Fig. 871.) Aus: Landsberg, Th. Glas- und Wellblechdeckung. Darmfladt 1887. S. 116.