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Gebäude für Sammlungen und Ausstellungen
Entstehung
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Im dritten, 23,o m langen, nur 3,5 m breiten und etwa 3,8 m hohen Flur derFrankfurter Kunftausftellung, in dem naturgemäfs die Anwendung des Bogenlichtesausgefchloffen war, hatte man die Erhellung mittels Glühlicht zu bewirken gefucht.

Die Glühlampen waren foffitenartig in langer doppelter Reihe, in Entfernungen von etwa 35 cmvon einander, unter der Decke angebracht und oben mit viertelkreisförmigen Scheinwerfern, unten mitwagrechten Stoffblenden verfehen. Die erzielte Beleuchtung war zwar hell, aber weit weniger vortheilhaftfür die Betrachtung der Bilder, als in den beiden erften Sälen, da die Glühlampen ftark gelbe Färbungverurfachen und an manchen Stellen Spiegelung der Lichtftrahlen wahrnehmbar war.

Bei den genannten Beifpielen konnte auf die Erhellung der Räume mit Tages-licht ganz verzichtet und nur die künftliche Beleuchtung durchgeführt werden. Aberin Mufeen, Ausftellungsgebäuden u. dergl. handelt es fich darum, die natürlicheTagesbeleuchtung mit der künftlichen, in fo weit die Verwendung derfelben amPlatze ift, in zweckentfprechender Weife zu vereinigen. Auch diefe Aufgabe hatbereits eine befriedigende Löfung gefunden, und zwar im Berliner Rathhaufe.

Das obere Treppenhaus diefes Gebäudes, deffen Wände mit Gemälden in Cafei'nfarben gefchmücktfind , empfängt fein Licht am Tage durch ein matt verglastes Deckenlicht und Abends durch fechs überdemfelben angebrachte Bogenlampen mit jElßer'fchen Blend-Scheinwerfern. Diefelben find fo conftruirt,dafs die über denfelben befindlichen Sammelreflectoren am Tage hoch geklappt werden können, damitdas Tageslicht ungehindert durch das Deckenfenfter in den Raum eindringen kann. Derfelbe hat 18,o mLänge, 10,3 m Breite und bis zum Treppenabfatz 12,5 m Höhe. Nach dem vom Berliner Magiftrat aus-geflellten Zeugnifs ift die Lichtvertheilung im Räume auf den Wandflächen und auf den mattirten Scheibendes Deckenfenfters eine fehr gleichmäfsige und vollkommen befriedigende.

Nach den vorhergegangenen Darlegungen der in den Gemälde-Galerien zutreffenden Vorkehrungen für künftliche Beleuchtung braucht diejenige von anderenSammlungen für Zwecke von Kunft und Wiffenfchaft nicht weiter in Betracht ge-zogen zu werden, da die Schwierigkeiten ihrer Erhellung, fei es mittels Gaslichtoder mittels elektrifchen Lichtes, geringer find, als in Bilderräumen.

In den örtlichen und wertlichen Galerien des Britifh Mufeuni zu London iftdie elektrifche Beleuchtung feit Februar 1890 im Betrieb. Unzweifelhaft wird diekünftliche Beleuchtung der Mufeen, nachdem nun damit der Anfang gemacht ift,mehr und mehr zur Verwendung und zur Vervollkommnung gebracht werden.

e) Einrichtung.1) Gemälde-Galerien.

Die baulichen Einzelheiten der Dach- und Deckenfenfter von Gemäldefälen 2 34-unterfcheiden fich von den meiften anderen Conftructionen ähnlicher Art durch die G,asdächergetroffenen Vorkehrungen, welche einen möglichft unbehinderten und ungefchwächtenEinfall der Lichtftrahlen auf die Bilder wände bezwecken follen. Zu diefem Behufpflegt man die Dachfenfter aus thunlichft grofsen Glastafeln und ohne Verkittuno-herzuftellen. Längs- und Querfproffen werden nur fo weit als unbedingt nöthig ver-wendet. Die Glasfeheiben liegen fowohl auf den Sproffen, wie an den Traufen undFirftkanten vollftändig frei, find daher von den Veränderungen, welche die tragendenEifentheile in Folge von Temperaturwechfel erleiden, unabhängig und dem Bruchenicht ausgefetzt. Auch bleiben die Scheiben, wenn unter Traufe und Firft einoffener Zwifchenraum von einigen Millimetern vorhanden ift, jederzeit rein vonBefchlag und Froftblumen, weil an der Ober- und Unterfläche der Verglafuno- ftetio-eZugluft herrfcht, alfo derfelbe Wärmegrad hervorgebracht wird.

Zur Eindeckung wird glattes oder geripptes Rohglas verwendet. Die mit