Druckschrift 
Gebäude für Sammlungen und Ausstellungen
Entstehung
Seite
256
Einzelbild herunterladen
 

256

von undurchfichtigen Wollenfloffen, welche fiel) von den Ecken des Fenflers nach der Mitte 7,11 eine kleineStrecke über die Spiegelfcheibe wegziehen laffen, etwas einfehränken.

Zur Verdunkelung der unteren Theile des Fenflers find Stellläden nach alt-holländifcher Artgeeignet.

2281 Hinfichtlich des Einfluffes der Verglafung des Rahmen- und Sproffenwerkes

Verglafung ,

und Fenftcr- der Fenfter auf den Helligkeitsgrad der Bilderfläche fei wieder auf die fchon inrahmwek. Fufsnote 269 (S. 238) genannte Stelle diefes »Handbuches« verwiefen.

22 9- Mehrere ältere Gemäldefäle, z. B. das Schinkel Tche Mufeum zu Berlin bis vor

von deffen Umbau, hatten nur Seitenerhellung. Die Frage, in wie weit auch Decken-

Seitenücht licht-Erhcllung in den Gemälderäumen angewendet werden folle, bildete noch in

Deckenlicht. den fechziger Jahren den Gegenftand lebhafter Erörterungen in den Künftlerkreifen

Deutfchlands und Oefterreichs 800 ). Man ift heutzutage nicht mehr im Zweifel

darüber, dafs nicht allein eine Anzahl einfenftriger, fo weit als möglich nördlich

gelegener Seitenlicht-Cabinete, fondern auch eine angemeffene Zahl gröfserer Decken-

lichtfäle für jede bedeutende Bilderfammlung unentbehrlich und den Erfahrungen

der Neuzeit gemäfs einzurichten find.

Seitenlicht gilt für den Gemälderaum, gleich wie für das Maler-Atelier, als diean fleh vorzüglichfle Beleuchtung und als die einzig richtige für kleine, fein unddelicat gemalte Bilder, die nur im fcharfen Licht auszuftellen und zu ftudiren find.Für grofs behandelte Bilder dagegen, die nur in gröfserer Entfernung zu überblickenfind und von mehreren Perfonen gleichzeitig betrachtet zu werden pflegen, brauchtman Deckenlicht. Die Cabinete haben den Vorzug, dafs man fich darin meift derruhigen Betrachtung der Bilder hingeben kann. Auch ift die Sonderung oder Ver-einigung der Gemälde, je nach dem Charakter derfelben und nach dem Grund-gedanken der Aufstellung, leicht möglich. Dem weiteren der Cabinet-Anordnungzugefchriebenen Vortheil, dafs durch die vielen Scheidewände eine bedeutende Ver-mehrung der Behangflächen erzielt werde, fteht der Nachtheil gegenüber, dafs eigent-lich nur die beiden Seitenwände zum Behängen wirklich brauchbar find und dafsdurch die Verbindungsthiiren viel vom befterhellten Raum beanfprucht wird. Auchfindet man fich in einer langen Reihe folchcr Cabinete nicht leicht und rafch zu-recht; manchmal mufs Zufammengehöriges getrennt werden, und die Wiederholungvieler zufammenhängender Räume gleicher Gröfse bringt einen monotonen Eindruckhervor.

Aus allen diefen Gründen ift das Einfügen gröfserer Säle mit Deckenlicht-Erhellung durchaus nothwendig. Diefe find, wie bereits gefagt wurde, vor Allemzum Behängen mit grofsen Bildern fehr geeignet. Gleich beim Eintritt in die Galeriekommt die Raumgröfse und Stattlichkeit der Anlage zur Erfcheinung. Die Sälegeftatten die gleichzeitige, ungehemmte Bewegung einer grofsen Zahl von Befuchernund laffen die Trennung der Gemälde nach Schulen und Kunftperioden wohl zu.Ein Uebelftand der Deckenlichtfäle ift der ftarke Wechfel der Beleuchtung, je nachdem Stande der Sonne, der fich inclcfs auch bei Seitenlichträumen, insbefonderefolchen, die nicht nach Norden liegen, geltend macht. Der ftarke Gegenfatz desHelligkeitsgrades von Wand und Decke wird durch die zur Verbindung beider ge-wöhnlich angebrachte ftark gekrümmte Hohlkehle vermittelt. Dafs die Anordnungeines Deckenlichtes in der Regel auch die Herftellung einer doppelten, mitunter fo-

) Siehe: Zcitfchr. f. Bauw. 1864, S. 211 u. 212; 1865, S. 389 —ferner: Dcutfche Bauz. 1868, S. 411; 1869, S. 33 -weiter: Zeitfchr. d. oft. i nff .. „. Arch.-Ver. 1869, S. n 7 - endlich: Builder, Bd. 15, S. 619 u. 690.